Was ist das Töten von Killerwalen? Pathologische Berichte über mehr als 50 Killerwale im Nordostpazifik und auf Hawaii.

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Pathologische Berichte über mehr als 50 Killerwale, die über fast ein Jahrzehnt im Nordostpazifik und auf Hawaii gestrandet sind, zeigen, dass Orcas einer Vielzahl von tödlichen Bedrohungen ausgesetzt sind – viele davon sind auf menschliche Interaktionen zurückzuführen.

Eine Studie zur Analyse der Berichte wurde heute (2. Dezember) in der Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass das Verständnis und die Kenntnis der einzelnen Bedrohungen für den Umgang mit und den Erhalt von Killerwalpopulationen entscheidend ist. Sie präsentiert auch ein grundlegendes Verständnis der Gesundheit der Orca.

Die Studie wurde von einem Team von Spezialisten für Meeressäuger unter der Leitung eines Veterinärpathologen des Landwirtschaftsministeriums von Britisch-Kolumbien durchgeführt und von der SeaDoc Society koordiniert, einem in Washington ansässigen Programm der University of California, Davis’ School of Veterinary Medicine. Die Studie erhielt Anleitung und Unterstützung vom kanadischen Ministerium für Fischerei und Ozeane und der NOAA-Fischerei der Vereinigten Staaten, den beiden Bundesbehörden, die diese Art verwalten.

Zu den Walen gehören sowohl Wale aus gesunden Populationen als auch vom Aussterben bedrohte Arten, wie die im Süden ansässigen Wale, die regelmäßig vor den Küsten von British Columbia, Washington und Oregon gesichtet werden.

Von 52 Walen, die zwischen 2004 und 2013 gestrandet sind, wurden bei 42 Prozent die Todesursachen ermittelt. So starb zum Beispiel ein Kalb an Sepsis nach einer Verletzung durch einen Heilbutthaken. Ein anderes verhungerte an einer angeborenen Gesichtsdeformität. Zwei Wale starben an dem stumpfen Gewalteinwirkungstrauma von Schiffsschlägen. Weitere Todesursachen waren Infektionskrankheiten und Ernährungsmängel.

Wir können es besser machen’.

Obwohl es keine singuläre gemeinsame Todesursache gibt, fand die Studie ein gemeinsames Thema: Menschlich verursachte Todesfälle traten in jeder Altersgruppe auf – von Jugendlichen über Subalterne bis hin zu Erwachsenen.

“Niemand glaubt gerne, dass wir Tieren direkt schaden”, sagte der Direktor der SeaDoc-Gesellschaft, Joe Gaydos, Tierarzt bei der Karen C. Drayer Wildlife Health Center an der UC Davis School of Veterinary Medicine. “Aber es ist wichtig zu erkennen, dass wir ihnen nicht nur indirekt schaden durch Dinge wie Lachsmangel, Gefäßstörungen oder Altlastentoxine. Es sind auch Schiffsschläge und Fischhaken. Dass Menschen in allen Altersklassen direkt Killerwale töten, ist bezeichnend; es sagt, dass wir bessere Arbeit leisten können.

Gaydos und der Hauptautor Stephen Raverty, Veterinärpathologe im Landwirtschaftsministerium von BC, entwickelten 2004 gemeinsam ein standardisiertes Protokoll für die Nekropsie von Killerwalen. Dieser Leitfaden wurde 2014 mit Hilfe von Judy St. Leger, einer für SeaWorld tätigen Pathologin, überarbeitet und trug dazu bei, die Untersuchungen verstorbener Wale zu verbessern.

“Die Ergebnisse der systematischen Nekropsien von toten Killerwalen in dieser Überarbeitung sind einzigartig und werden wichtige Basisinformationen zur Beurteilung künftiger Maßnahmen zur Schadensbegrenzung liefern”, sagte Raverty. “Diese Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen bei, die laufende menschliche Aktivitäten und Umweltereignisse auf Killerwale haben.

Die Autoren erkennen an, dass der Bericht ein unvollständiges Bild der Gesundheit und Sterblichkeit von Orca darstellt. Nekropsien können nur an Walen durchgeführt werden, die in einem angemessenen Zustand gefunden wurden, um sie aufzunehmen, und selbst dann kann die Todesursache nicht immer bestimmt werden. Aber der Bericht bietet einen der bisher umfassendsten Einblick in die Vielzahl der menschlichen und ökologischen Bedrohungen, denen Killerwale ausgesetzt sind, und kann dazu beitragen, Strategien für einen besseren Schutz der Wale zu entwickeln.

Referenz: “Pathologische Befunde und Korrelation mit dem Body Condition Index bei gestrandeten Killerwalen (Orcinus orca) im nordöstlichen Pazifik und auf Hawaii von 2004 bis 2013″ von Stephen Raverty, Judy St. Leger, Dawn P. Noren, Kathy Burek Huntington, David S. Rotstein, Frances M. D. Gulland, John K. B. Ford, M. Bradley Hanson, Dyanna M. Lambourn, Jessie Huggins, Martha A. Delaney, Lisa Spaven, Teri Rowles, Lynne Barre, Paul Cottrell, Graeme Ellis, Tracey Goldstein, Karen Terio, Debbie Duffield, Jim Rice und Joseph K. Gaydos, 2. Dezember 2020, PLOS ONE.
DOI: 10.1371/journal.pone.0242505

Weitere Koautoren sind Wissenschaftler aus einer Vielzahl von Institutionen, darunter die Cornell University, NOAA Fisheries, Alaska Veterinary Pathology Services, Marine Mammal Pathology Service in Maryland, UC Davis One Health Institute, Fisheries and Oceans Canada, Washington Department of Fish and Wildlife, Cascadia Research Collective, University of Illinois-Brookfield, Portland State University und Oregon State University.

Die Finanzierung wurde von NOAA Fisheries und mehreren Zuschüssen aus dem John H. Prescott Marine Mammal Rescue Assistance Grant Program bereitgestellt. Weitere Unterstützung kam von Fisheries and Oceans, Kanada; dem Vancouver Aquarium Research Program; der SeaDoc Society; SeaWorld; dem Animal Health Center des Landwirtschaftsministeriums von BC; dem Washington Department of Fish and Wildlife; und zahlreichen First Nations, Alaska Native und Inuit-Gemeinschaften.

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