Neuer Leichtbau-Magnet auf Molekülbasis weist bisher unerreichte magnetische Eigenschaften auf.

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Magnete sind überall in unserem täglichen Leben zu finden, ob in Satelliten, Telefonen oder an Kühlschranktüren. Sie bestehen jedoch aus schweren anorganischen Materialien, deren Bestandteile zum Teil nur begrenzt verfügbar sind.

Nun haben Forscher des CNRS, der Universität Bordeaux und der ESRF (European Synchrotron Radiation Facility in Grenoble)[1] einen neuen, leichten, molekularen Magneten entwickelt, der bei niedrigen Temperaturen hergestellt wird und noch nie dagewesene magnetische Eigenschaften aufweist.

Diese von der Koordinationschemie[2] abgeleitete Verbindung enthält Chrom, ein im Überfluss vorhandenes Metall, und preiswerte organische Moleküle. Dies ist der erste Magnet auf Molekülbasis, der einen “Memory-Effekt” (d.h. er ist in der Lage, einen seiner beiden magnetischen Zustände beizubehalten) bis zu einer Temperatur von 240 °C aufweist. Dieser Effekt wird durch ein so genanntes Koerzitivfeld gemessen, das bei Raumtemperatur bei diesem neuartigen Material 25 Mal höher ist als beim effizientesten seiner molekülbasierten Vorgänger. Diese Eigenschaft lässt sich daher gut mit der von bestimmten rein anorganischen kommerziellen Magneten vergleichen.

Die Entdeckung, die am 30. Oktober in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, eröffnet vielversprechende Perspektiven, die zu Magneten der nächsten Generation führen könnten, die die derzeitigen Systeme ergänzen.

Schauen Sie sich Videos an, die die Eigenschaften des auf Molekülen basierenden Magneten vor und nach seinem letzten Syntheseschritt veranschaulichen.

Anmerkungen

Die Wissenschaftler arbeiten am Centre de Recherche Paul Pascal (CNRS/Université de Bordeaux), am Institut de Chimie de la Matière Condensée de Bordeaux (CNRS/Université de Bordeaux), am Laboratoire Ondes et Matière d’Aquitaine (CNRS/Université de Bordeaux) am Institut des Sciences Moléculaires (CNRS/Université de Bordeaux/Bordeaux INP) und an der ESRF – der Europäischen Synchrotronstrahlungsanlage.
Die Koordinationschemie konzentriert sich auf die Kombination von Metallen und Liganden auf molekularer Ebene.

Lesen Sie Wissenschaftler entwerfen neue leichte Magnete mit herausragenden Eigenschaften, um mehr über diese Forschung zu erfahren.

Referenz: “Metallorganische Magnete mit großer Koerzitivfeldstärke und Ordnungstemperaturen bis zu 242°C” von Panagiota Perlepe, Itziar Oyarzabal, Aaron Mailman, Morgane Yquel, Mikhail Platunov, Iurii Dovgaliuk, Mathieu Rouzières, Philippe Négrier, Denise Mondieig, Elizaveta A. Suturina, Marie-Anne Dourges, Sébastien Bonhommeau, Rebecca A. Musgrave, Kasper S. Pedersen, Dmitry Chernyshov, Fabrice Wilhelm, Andrei Rogalev, Corine Mathonière und Rodolphe Clérac, 30. Oktober 2020, Wissenschaft.
DOI: 10.1126/Wissenschaft.abb3861.

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