Manche mögen’s heiß: Die globale Erwärmung löste die Evolution der Riesendinosaurier aus.

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Die globale Erwärmung löste die Evolution der Riesendinosaurier aus. Ein internationales Team von Paläontologen, darunter der LMU-Professor Oliver Rauhut, findet Hinweise auf einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der bekannten Langhals-Saurier.

Wenn wir das Wort Dinosaurier hören, denken die meisten von uns wahrscheinlich sofort an riesige Tiere mit massiven Körpern, langen Hälsen und Schwänzen und winzigen Köpfen. Diese “Quintessenz der Dinosaurier” repräsentieren tatsächlich eine prominente Untergruppe der Dinosaurier, die so genannten Sauropoda (“Langhals-Dinosaurier” in der Volkskultur). Sauropoden waren wirklich erstaunliche Tiere, darunter die größten bekannten landlebenden Tiere mit Körperlängen von bis zu 40 m und einem Gewicht von 70 Tonnen oder mehr.

Diese Riesentiere tauchten jedoch nicht direkt zu Beginn der Ära der Dinosaurier auf. In den ersten fünfzig Millionen Jahren ihrer Evolutionsgeschichte waren die Sauropodomorpha – die Abstammungslinie, zu der die Sauropoden gehören – durch mehrere Gruppen zwei- bis vierfüssiger Tiere vertreten. Obwohl einige von ihnen bereits grosse Körpergrössen von etwa zehn Metern Länge und einigen Tonnen Gewicht erreichten, umfassten diese Gruppen auch kleinere und leicht gebaute Tiere, von denen einige nicht grösser als eine Ziege waren. Darüber hinaus hatten alle diese Tiere ziemlich schlanke Zähne, was darauf hinweist, dass sich diese pflanzenfressenden Tiere von einer ziemlich weichen und üppigen Vegetation ernährten. Gegen Ende des frühen Jura, vor etwa 180 Millionen Jahren, verschwanden jedoch plötzlich alle diese Gruppen, und nur eine Linie überlebte und gedieh – die Sauropoden. Was diese Veränderung der Fauna während des frühen Jura verursachte, ist bis heute rätselhaft.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des argentinischen Paläontologen Diego Pol, dem auch der Münchner Forscher Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität und der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie angehört, berichtet nun über neue Erkenntnisse darüber, was diese Veränderungen verursacht haben könnte. In der Provinz Chubut im argentinischen Patagonien entdeckten sie nicht nur die fossilen Überreste einer der ältesten bekannten grossen Sauropoden, die das Team Bagualia alba nannte, sondern konnten sie auch sehr genau in ihren zeitlichen und ökologischen Kontext einordnen. So konnten die Schichten, aus denen der neue Sauropod stammt, sehr genau auf 179 Millionen Jahre vor dem mysteriösen Verschwinden der anderen Sauropodomorphengruppen datiert werden, und Funde von Pflanzenfossilien in Gesteinsschichten kurz vor dieser Zeit und zu der Zeit, in der Bagualia alba lebte, liefern Beweise für das Klima und die Ökologie, in der diese Tiere lebten.

So deuten die Daten darauf hin, dass es vor etwa 180 Millionen Jahren einen relativ raschen Klimawechsel gab, von einem gemäßigten warmen und feuchten Klima, in dem eine vielfältige, üppige Vegetation blühte, zu einem stark jahreszeitlich bedingten, sehr heißen und trockenen Klima, das durch eine weniger vielfältige Flora gekennzeichnet ist, die von Formen dominiert wird, die Anpassungen an heiße Klimazonen zeigen, wie z.B. bestimmte Nadelbäume. Diese Umweltveränderungen wurden anscheinend durch einen Treibhauseffekt aufgrund von Klimagasen wie CO2 und Methan ausgelöst, die durch den damals zunehmenden Vulkanismus verursacht wurden; Beweise für diese Vulkanausbrüche finden sich auf vielen südlichen Kontinenten, wie z.B. den Drakensbergen im südlichen Afrika.

Mit ihren schlanken Zähnen waren die nicht-sauropodischen Sauropodomorphen an die eher weiche Vegetation angepasst, die vor diesem globalen Erwärmungsereignis blühte, aber als diese Flora durch die viel zähere Treibhausvegetation ersetzt wurde, starben diese Tiere aus. Die Sauropoden stellten die einzige Gruppe von Sauropodomorphen mit einem viel robusteren Gebiss dar, die gut an diese zähe Vegetation angepasst waren, und so blühten sie auf und wurden zur dominierenden Gruppe der pflanzenfressenden Dinosaurier zu dieser Zeit. In der Tat war die Spezialisierung auf diese Art von Vegetation wahrscheinlich einer der Gründe, warum diese Tiere ihre gigantischen Ausmaße erreichten: Da große Verdauungskammern benötigt werden, um mit dieser Nahrung fertig zu werden, gab es eine allgemeine Tendenz, dass diese Tiere immer größer wurden.

Referenz: “Extinction of herbivor dinosaurs linked to Early Jurassic global warming event” von D. Pol, J. Ramezani, K. Gomez, J. L. Carballido, A. Paulina Carabajal, O. W. M. Rauhut, I. H. Escapa und N. R. Cúneo, 18. November 2020, Proceedings of the Royal Society B.
DOI: 10.1098/rspb.2020.2310.

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