Ökonomen – Teilweise Abschottung ohne große Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung.

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Nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern führender Finanz- und Forschungsinstitute wird die erweiterte Teilsperre in Deutschland kaum gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik haben.

Die hauptsaechlich betroffenen Branchen wie die Gastronomie, die Kulturszene oder das Verkehrsgewerbe haetten einen vergleichsweise geringen Anteil an der Bruttowertschoepfung, sagte “Wirtschaftsweise” und Inhaberin des Lehrstuhls fuer Volkswirtschaftslehre an der Universitaet Erlangen, Veronika Grimm.

Die Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig: Die teilweise Abschottung wird der deutschen Wirtschaft insgesamt kaum nachhaltig schaden.

Die Herausforderung: Die betroffenen Unternehmen müssen über Wasser gehalten werden.

Auch Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe in Frankfurt, geht davon aus, dass sich die Teilabschottung nur geringfügig negativ auswirken wird, was auch für die Lage auf dem Arbeitsmarkt gilt.

“Der zweite Lockdown wird hier keine nennenswerten Auswirkungen haben”, sagte sie mit Blick auf die Arbeitslosenzahlen.

Die Bundesagentur fuer Arbeit wird ihre November-Statistik am kommenden Dienstag veroeffentlichen (1.

Dezember) veröffentlichen.

Das Gastgewerbe, das derzeit weitgehend geschlossen ist, hat einen Anteil von 1,6 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung, die Industrie, der es derzeit vergleichsweise gut geht, einen Anteil von rund 25 Prozent und der Einzelhandel, der ebenfalls offen ist, einen Anteil von rund 10 Prozent.

“Die Wirtschaft wird dadurch keinen größeren Einbruch erleiden.

Jetzt kommt es darauf an, die betroffenen Unternehmen gut durch die Krise zu bringen”, sagte Grimm in einer Umfrage der Deutschen Presseagentur.

Deshalb seien die Milliardenausgaben von Bund und Laendern fuer Hilfsprogramme gerechtfertigt.

“Durch das Lockdown Light wird das Bruttoinlandsprodukt wieder schrumpfen, aber deutlich weniger als im Frühjahr”, betonte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW.

“Die Zahl der Arbeitslosen könnte durch die Werksschließungen um rund 100 reduziert werden”, so Köhler-Geib.

Die Zahl der Kurzarbeiter könnte vorübergehend um bis zu einer halben Million steigen”, sagte sie.

Betroffen seien vor allem Geringqualifizierte, Mini-Jobber und Arbeitnehmer der unteren Einkommensschichten.

“Aber wir glauben auch, dass es ein längerer wirtschaftlicher Winter sein wird”, sagte Utermöhl.

Die wirtschaftliche Erholung im nächsten Jahr werde erst dann einsetzen, wenn eine ausreichende Zahl von Menschen gegen Covid-19 geimpft worden sei.

Nach einem Minus von sechs Prozent im laufenden Jahr rechnet Utermöhl für 2021 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur 2,5 Prozent.

“Mit einem starken Rückenwind wird erst Mitte nächsten Jahres gerechnet, wenn die Mehrheit der gefährdeten Bevölkerung geimpft sein wird”, sagte sie.

“Wirtschaftlicher Winter” auf dem Vormarsch
Vieles hängt vom Impfstoff gegen Covid-19

Marc Schattenberg, Ökonom bei der Deutschen Bank, glaubt an ein stärkeres Wachstum von 4,5 Prozent im kommenden Jahr.

Er sieht aber auch die Anwendbarkeit eines Impfstoffs als entscheidend an.

Insgesamt sei die aktuelle Situation nicht vergleichbar mit der im Frühjahr, als die Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen werden mussten und die internationalen Lieferketten unterbrochen wurden.

Schattenberg warnt aber auch vor zu viel Gelassenheit.

“Von einer sonst üblichen Herbstbelebung kann in diesem Jahr nicht die Rede sein”, sagte er.

Auf dem Arbeitsmarkt fehlten Jobs fuer Saisonarbeiter.

Trotz der hoeheren als geplanten Staatsverschuldung durch die Corona-Hilfe fuer die Wirtschaft und Privatpersonen sehen die Experten keine problematische Situation fuer die deutschen Staatsfinanzen.

“Derzeit ist die fiskalische Situation so, dass die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen überhaupt nicht in Frage gestellt ist”, sagte “Wirtschaftsweise” Grimm.

Die Staatsverschuldung werde voraussichtlich erst in zehn Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreichen, sagte Utermöhl.

Dies sei aber beherrschbar – vor allem, wenn die Politik nicht nur auf höhere Steuern zur Refinanzierung, sondern auch auf mehr Wachstum setze, so Utermöhl.

(Best/)

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