NASAs Hubble hat gerade ein riesiges Auge im Weltraum entdeckt

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Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA hat das verblüffende Bild einer Seyfert-Galaxie – der wenig anregenden NGC 5728 – aufgenommen, deren Zentrum eine enorme Lichtmenge abstrahlt, während der Rest der Galaxie in all seiner Pracht noch deutlich sichtbar ist und einer Art Himmelsauge ähnelt. Eine Seyfert-Galaxie zeichnet sich durch ihren extrem hellen Kern aus, der eine enorme Menge an elektromagnetischer Strahlung aussendet, und hat außerdem ein supermassereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum.

Fast 10 Prozent aller Galaxien im Universum sollen in die Kategorie der Seyfert-Galaxien fallen, und aufgrund ihrer extrem aktiven Strahlungsaktivität sind sie auch eines der am meisten untersuchten Themen auf diesem Gebiet. Eine Seyfert-Galaxie sieht aus wie eine gewöhnliche Spiralgalaxie, hat aber in ihrem Zentrum einen aktiven galaktischen Kern (AGN), der in bestimmten Bereichen des elektromagnetischen Spektrums eine ungewöhnlich hohe Leuchtkraft aufweist. Seyfert-Galaxien gehören zur Klasse der aktiven Galaxien, die bekanntermaßen die leuchtkräftigste Quelle elektromagnetischer Strahlung im Universum sind.

Die NGC 5728, die vom wiederbelebten Hubble-Teleskop in ihrer atemberaubenden kosmischen Form erfasst wurde, ist eine solche Galaxie. Man schätzt, dass die Leuchtkraft einer Seyfert-Galaxie zwischen 10^8 und 10^11 Sonnenleuchtkräften liegen kann, was bedeutet, dass ihre Leuchtkraft das Vielfache der Leuchtkraft der Sonne beträgt. Das Bild von NGC 5728 wurde mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) an Bord des Hubble-Weltraumteleskops aufgenommen, die Strahlung vom ultravioletten Spektrum bis hinunter in den nahen infraroten Bereich erfassen kann. Die WFC3 trug sogar dazu bei, eine der frühesten Galaxien zu entdecken, die je gesehen wurden.

Ein kosmisches Spektakel, das nur halb gesehen wird

Interessanterweise könnte NGC 5728 auch Licht im sichtbaren Spektrum aussenden, aber die Wissenschaftler sagen, dass der Staub, der ihr extrem aktives Zentrum umgibt, verhindert, dass sichtbares Licht entweicht. Interessanterweise haben Wissenschaftler vor kurzem eine “Geistergalaxie” entdeckt, die so frei von Materie ist – sowohl von normaler als auch von dunkler Materie -, dass der Betrachter durch sie hindurchsehen kann. Außerdem strahlt die erwähnte Seyfert-Galaxie in mehr elektromagnetischen Bereichen als nur im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich, aber die Wide Field Camera 3 (WFC3) ist nicht in der Lage, in diesen Bereichen Bilder zu machen.

Die 1787 vom britischen Astronomen Sir Frederick William Herschel entdeckte NGC 5728 soll eine Masse haben, die 72 Milliarden Mal größer ist als die der Sonne. Die Galaxie auf dem obigen Bild ist dafür bekannt, dass sie Anzeichen von Sternentstehung zeigt, aber aufgrund des Mangels an molekularem Gas um das Zentrum ist hier keine Sternentstehung zu beobachten. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge vermuten Wissenschaftler, dass die Sternentstehung in einer Galaxie aufhört, wenn ihr das kalte Gas ausgeht, das als Brennstoff für den kosmischen Prozess dient.

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