Galeria Karstadt Kaufhof beginnt mit der Schließung vieler Filialen – 3. 200 Arbeitsplätze weg…

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Beim Kaufhof in der Hamburger Mönckebergstraße ist die Botschaft an der Tür weniger emotional, aber ebenso klar: “Laden dauerhaft geschlossen”.

“Für immer geschlossen – für immer in Ihrem Herzen”.

Handschriftliche Abschiedsgrüße hängen an der verbarrikadierten Eingangstür der seit Mittwoch geschlossenen Kaufhof-Filiale in Essen.

Für viele Innenstädte geht eine Ära zu Ende: Die letzte grosse deutsche Warenhauskette schliesst derzeit fast 40 Filialen von Hamburg bis Fulda.

Die Zukunft der Standorte ist oft ungewiss.

3.

200 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Weitere sechs Filialen haben noch eine Gnadenfrist bis Januar.

Die Warenhausschliessungen sind Teil des Sanierungskonzepts des letzten verbliebenen grossen deutschen Warenhauskonzerns nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens.

Mit rund 130 verbliebenen Warenhaeusern hofft der Konzern auf eine rasche Rueckkehr in die Gewinnzone.

Dies ist nicht zu übersehen: Bei Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) rollt jetzt die seit langem drohende Schließungswelle.

37 Warenhäuser werden in diesen Tagen schließen, sagte der GKK-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl am Donnerstag vor der Deutschen Presseagentur.

Ob in Hamburg oder Essen, Braunschweig oder Fulda, Landau oder Witten: Wo immer die Geschäfte schließen, beginnt für die betroffenen Städte die Notlage.

Denn in den Einkaufsstraßen geht damit ein wichtiger Anziehungspunkt verloren.

Um die Attraktivität der Einkaufsmeilen zu erhalten, muss schnell eine neue Nutzung für die Kaufhausimmobilien gefunden werden.

Etwa 3.

200 Beschäftigte werden dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren, so Ettl.

Ein Unternehmenssprecher wollte sich zu den Schliessungen am Donnerstag nicht aeussern.

3.

200 Beschaeftigte verlieren ihren Arbeitsplatz
Kaufhäuser können nur schwer für andere Zwecke genutzt werden

In den meisten Fällen wird es dort in Zukunft neue Geschäfte geben, allerdings in weitaus geringerem Umfang.

Die Nachfrage nach Flächen im klassischen innerstädtischen Einzelhandelsangebot, von Mode bis Unterhaltungselektronik, hat ihren Höhepunkt überschritten.

Stattdessen mussten andere Nutzungen gefunden werden.

Das ist nicht hoffnungslos, meint Joachim Stumpf von der Einzelhandelsberatung BBE.

“Fast alle der zu schließenden Filialen befinden sich in guten, urbanen Lagen mit Entwicklungspotenzial”, sagt er.

“An den Warenhausstandorten, für die jetzt eine neue Nutzung gefunden werden muss, wird das Pendel in die andere Richtung zurückschlagen.

Es wird viel mehr Mischnutzungen mit Einzelhandel, Dienstleistern, Büros und auch Wohnen geben.

In gewissem Sinne ist dies auch eine Reflexion über die Vergangenheit.

“Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in den Innenstädten viel mehr Mischnutzungen als heute.

Erst nach dem Krieg entstand die Monokultur des Handels”, betont Stumpf.

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung PwC über das Schicksal von 52 Kaufhäusern, die seit 2009 geschlossen wurden, ergab, dass über 80 Prozent von ihnen in grossem Stil wieder aufgebaut oder sogar abgerissen werden mussten.

Eines der größten Probleme dabei ist, dass die Architektur der klassischen Kaufhäuser mit ihren großen, oft fensterlosen Flächen ohne größere Umbauten kaum für andere Nutzungen geeignet ist.

Versuche, an den ehemaligen Kaufhausstandorten weiterhin auf reine Einzelhandelslösungen zu setzen, sind der Studie zufolge selten erfolgreich gewesen.

Ein großer Teil der Neueröffnungen scheiterte.

Wesentlich erfolgreicher waren Konzepte, die Einzelhandelsangebote im ersten Obergeschoss mit Büro- und Wohnflächen in den Obergeschossen, teilweise kombiniert mit Hotels oder Pflegeheimen, kombinierten.

Für jedes Gebäude, so Stumpf, müsse ein individuelles, auf den Standort zugeschnittenes Zukunftskonzept gefunden werden.

Die aktuellen Schließungen sind nach Ansicht des Branchenexperten letztlich unvermeidbar – auch ohne die Corona-Krise.

“In Deutschland gibt es im derzeitigen Format nur Platz für maximal 100 Kaufhäuser.

Die Schließungen, die wir jetzt erleben, wären ohnehin gekommen – nur nicht so schnell.


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