Corona-Impfstoff von Biontech – Ein Porträt des Unternehmens…

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Eine Ankuendigung des Mainzer Unternehmens Biontech liess die Aktienkurse jedoch ploetzlich wieder steigen und bescherte dem DAX am Ende des Tages ein gesundes Plus von fuenf Prozent.

Doch wie kann ein Unternehmen mit nur einer einzigen Meldung eine plötzliche Euphorie an der Börse auslösen?

Am vergangenen Montag gab es an der Boerse eine ploetzliche Euphorie.

Und das, obwohl die steigenden Korona-Zahlen und eine teilweise Abschottung die Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett zuletzt deutlich gedämpft hatten.

Das deutsche Biotechnologie-Unternehmen Biontech steht kurz vor der Zulassung seines Korona-Impfstoffs.

Es wÃ?re das erste Produkt, das das 2008 gegrÃ?ndete Unternehmen auf den Markt bringt.

Mit dieser Ankündigung war das Unternehmen, das noch nie zuvor ein Produkt auf den Markt gebracht hatte, plötzlich in aller Munde.

Die Geschichte von Biontech ist eine ganz besondere.

Sie ist ganz einfach: Indem wir in diesen schwierigen Pandemiezeiten einen deutlich sichtbaren Hoffnungsschimmer senden.

In den letzten Wochen hat das Unternehmen gemeinsam mit der US-Firma Pfizer einen Impfstoff gegen COVID-19 entwickelt.

Am Montag kündigte das Unternehmen an, dass noch in diesem Monat eine “Notzulassung” für den Impfstoff in den USA beantragt werden soll und berichtete zudem, dass erste Ergebnisse zeigen, dass der Impfstoff zu mehr als 90 Prozent gegen das Virus wirksam ist.

Mehr als 1.

300 Beschäftigte laut der firmeneigenen Website.

Die Zusammenarbeit mit Pfizer wurde vor zwei Jahren abgeschlossen – ursprünglich, um gemeinsam an Grippeimpfstoffen zu forschen.

Aber auch bei der Entwicklung des Korona-Impfstoffs haben die beiden Unternehmen ihre Krone gemeinsam entwickelt.

Im Jahr 2008 gründete das Wissenschaftler-Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci Biontech.

Das Hauptziel der Stiftung war die Entwicklung einer individuellen Krebstherapie auf Basis der mRNA-Technologie, die nun auch für den Impfstoff eingesetzt wird.

Kurz gesagt: Diese Technologie weist das Immunsystem an, sich selbst zu verteidigen.

Biontech erforscht individuelle Krebstherapie
Sahin erklärt Verbindung mit Pfizer
Sahin: Schlüsselmoment im Mai
Erstes Unternehmen für Milliarden verkauft

Bereits im Januar, während der Fälle in Wuhan, erkannte Sahin die potentielle Gefahr, die von dem Coronavirus ausgehen könnte.

Im “Spiegel” sagte Sahin, Biontech habe im Maerz, als sich das Virus innerhalb weniger Wochen ueber weite Teile der Welt verbreitet hatte, bereits 20 Impfstoffkandidaten gehabt.

“Dadurch konnten wir unsere innovative mRNA-Technologie mit der Erfahrung in der klinischen Erprobung und der globalen Produktion und Distribution kombinieren, die ein Pharmariese wie Pfizer mitbringt”, sagte Sahin dem Wirtschaftsinsider über die Partnerschaft mit dem Pharmariesen.

Nach und nach wurden die weniger wirksamen Impfstoffe aussortiert.

“Der Schlüsselmoment war, als wir die ersten Daten von Menschen sahen, die unseren Impfstoff im Mai erhalten hatten.

Selbst bei der kleinsten verabreichten Dosis gab es eine Immunantwort.

Da wussten wir Bescheid: Wir haben einen Impfstoffkandidaten, mit dem wir weiter arbeiten können”, blickte Sahin auf die Entwicklung zurück.

Im September gab es zudem 375 Millionen Euro Unterstützung der Bundesregierung für Biontech.

Am vergangenen Montag war schließlich der Erfolg des “Projekts Lichtgeschwindigkeit”, wie das Unternehmen die Entwicklung des Impfstoffs nannte, zu verzeichnen.

Plötzlich standen Sahin und seine Frau Türeci im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Als die Ergebnisse der Google-Suche Türeci lediglich als Sahins Frau einstuften, gab es Widerstand.

Immerhin ist sie es, die als Chief Medical Officer eine Art Chefärztin bei Biontech verkörpert.

Während Sahin die Rolle in der Öffentlichkeit spielt, hält sich seine Partnerin meist im Hintergrund.

Das Führungsduo von Biontech traf sich am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

Doch beide wussten schon in ihrer Kindheit, dass sie Ärzte werden wollten.

Ihre Eltern waren einst als Gastarbeiter nach Deutschland eingewandert.

Obwohl das Unternehmen am Dienstag einen Nettoverlust von 351,7 Millionen Euro fuer die ersten neun Monate des Jahres 2020 bekannt gab, steckt das Unternehmen noch mitten in der Krise.

Dies dürfte jedoch die letzte negative Nachricht für die absehbare Zukunft bei Biontech sein.

Bereits 2001 hatten sie die Firma Ganymed gegründet, die sie 15 Jahre später für 1,2 Milliarden Euro verkauften.

Nun ist es Türeci und Sahin vielleicht gelungen, mit Biontech das nächste grosse Ding zu schaffen.

Ihr Unternehmen hat seinen Börsenwert seit ihrem Markteintritt im vergangenen Jahr vervielfacht und ist heute mehr wert als die Deutsche Bank.

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