“CheckNow” – Damit die Schufa bald unsere Kontobewegungen überwachen kann.

0

Mit dem Geld und dem Blick in die eigenen vier Wände endet ihre Offenheit für die meisten deutschen Bürger und es wird auf den Schutz privater Daten verwiesen.

Unter dem Namen “CheckNow” wird derzeit von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung ein Test durchgeführt.

Diese Kreditversicherung ist allgemein unter der Abkürzung Schufa bekannt.

Sie befasst sich mit der Prüfung, Speicherung und Verarbeitung sensibler Kontodaten.

Bislang hat die Schufa in diesem Ranking die Zahlungsmoral und Kreditwürdigkeit von 67,9 Millionen Menschen bewertet.

Bislang darf die Schufa wissen, wie viele Konten jemand besitzt, ob er Kredite zurückzahlt oder wie viele Handyverträge er abgeschlossen hat.

Ob die Konten im Soll oder im Haben sind und wofür die Menschen ihr Geld ausgeben, blieb der Schufa bisher verborgen.

Auf der Grundlage von Recherchen von NDR, WDR und der “Süddeutschen Zeitung” berichtete das ARD-Magazin “Panorama” über einen Plan der Schufa, die Kontoauszüge der Verbraucher in Zukunft genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dies soll dazu dienen, Verbrauchern mit einem schlechten Schufa-Rating, dem so genannten “Score”, zu helfen.

Nur ein Klick, aber mit erheblichen Konsequenzen.

Durch das Setzen eines Hakens an dieser Stelle erhält die Schufa die Erlaubnis, die Kontodaten des Betroffenen monatelang zu “verarbeiten”.

Die Kunden würden im Unklaren darüber gelassen, dass der Prozess auch ohne diese Erlaubnis fortgesetzt werden kann.

Die Kunden müssten der Schufa freiwillig und explizit Zugang zu ihren Kontobewegungen gewähren.

Der Text lautet: “Hiermit erkläre ich mich damit einverstanden, dass die Schufa Holding unter Verwendung der unten aufgeführten personenbezogenen Daten eine Kontobewegungshistorie erstellen darf.

Aber bereits im März 2019 deutet eine interne Präsentation auf die Absicht hin, “neue Bewertungen” zu schaffen, wie z.B. “die Ergänzung bestehender Bewertungen durch zusätzliche Indikatoren”.

Auf Nachfrage versicherte die Schufa, dass die Abfrage der Daten zweckgebunden bleiben werde.

Nur relevante Daten würden gesichtet und nur für kurze Zeit gespeichert.

Die Rede ist von zwölf Monaten.

“CheckNow” verschafft der Schufa tiefere Einblicke
Schufa-Vertreterin: “Die Leute haben keine Lust und klicken sich durch
Verbraucherzentrum: “Kontoschnüffeln” führt zu “voll erleuchtetem Verbraucher
Laut Schufa ist die Zahlungsmoral auch in der Koronakrise intakt

Dem “Panorama”-Bericht zufolge bestätigte ein Schufa-Mitarbeiter im Oktober dieses Vorgehen gegenüber Sparkassenvertretern: “Ihr Verbraucher wird sich durchklicken, weil die Leute faul und bequem sind.

Sie haben keine Lust, und sie wollen nur den Service.

Diese Sparkassenvertreter hatten ihre Bedenken bezüglich des Datenschutzes geäußert.

Als Bundesdatenschutzbeauftragter ist Peter Schaar für die Einhaltung des Datenschutzes verantwortlich.

Der 66-Jährige warnte im “Panorama” davor, dass die Aufnahme “vieler, auch sehr persönlicher Informationen” zu einer neuen “Sichtweise der Kreditwürdigkeit” führe.

Dies könne zu Nachteilen für die Betroffenen führen.

Auch die Schufa könnte mit Hilfe der Kontenprüfung Daten von Dritten einholen, die in Kontoauszügen auftauchen.

“Das Kontoschnüffeln der Schufa ist nicht akzeptabel”, kritisierte Klaus Mueller, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen.

“Eine derart tiefe Datenauswertung von Kontobewegungen für Scoringzwecke lässt Rückschlüsse auf die Persönlichkeit, den wirtschaftlichen Status und sogar politische Orientierungen der Kunden zu und führt so letztlich zu einem vollständig durchleuchteten Verbraucher.

“Man prüft rechtliche Schritte für den Fall, dass die Schufa diese Pläne umsetzt.

Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte, dass dieses neue Geschäftsmodell rechtliche Fragen aufwirft.

Deshalb werde das Ministerium, das gerade erst davon erfahren habe, es “unter die Lupe nehmen”.

Schließlich handele es sich um “besonders sensible Daten”, und die Verbraucher müssten stets nachvollziehen können, wofür sie ihre Einwilligung geben.

Die Zahlungsmoral der Verbraucher ist auch in der Corona-Krise auf einem hohen Niveau.

Dies kündigte Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder mit Blick auf die aktuelle Bonität der Verbraucher an.

“Für uns ist dies ein Indikator für eine robuste Wirtschaft in schwierigen Zeiten.

Laut Schufa gab es in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 keine Zunahme der Zahlungsprobleme.

Die Kreditausfallrate lag Ende September bei 2,1 Prozent – genauso niedrig wie in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 97,9 Prozent aller Konsumentenkredite ordnungsgemäß bedient werden.

Das ARD-Magazin “Kontraste” hatte zuvor über den “Kreditkompass 2020” berichtet.

(hau/)

Bitte teilen Sie diesen Beitrag auf Facebook mit! Teilen ist liebevoll….

Share.

Leave A Reply