Wie Jack White Led Zeppelins Jimmy Page mit amerikanischen Blues-Meistern verglich

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Jack White hat schon immer eine Vorliebe für den Blues gehabt. Auf dem Debütalbum der White Stripes von 1999 machte White das sofort mit Covers von Son House- und Robert Johnson-Songs deutlich. Aber White war nie ein Blues-Purist, was er mit Jimmy Page, einem wichtigen Einfluss auf seine Karriere, gemeinsam hat.

Jeder, der den Dokumentarfilm It Might Get Loud (2008) gesehen hat, weiß, dass White Page und seine Arbeit mit Led Zeppelin verehrt. In Interviews hat White über die Jahre hinweg auf Page und den Umgang von Zep mit dem Blues-Idiom als Grund dafür hingewiesen.

“Zu einer Zeit, als jeder dachte, dass der Blues auf seinen höchsten und härtesten Punkt gebracht worden war, stellte sich heraus, dass das nicht der Fall war”, sagte White in der Page-Biografie Light and Shade von 2014. “Page kam mit Led Zeppelin daher und drehte das Ganze noch zehn Stufen höher.”

White sah Page und Zeppelin aber nicht nur als eine moderne Variante des Blues, er sah Page auch in einer Liga mit Son House und anderen Meistern der Form.

Jack White verglich die Intensität des Blues von Jimmy Page und Led Zeppelin mit der von Blind Willie Johnson

Warum Jimmy Page in den frühen Led Zeppelin-Tagen nicht auf Eric Clapton oder Jimi Hendrix hörte

In seiner feinen Arbeit mit den White Stripes (und als Solokünstler) hat White darauf bestanden, die Musik zu entschlacken – etwas, das auffiel, als er mit seiner Band in den späten 90er Jahren auftauchte. Für White reduziert Überproduktion (d.h. exzessive Studiomanipulation) die Kraft einer Performance.

White liebte die Art und Weise, wie Zeppelin mit diesem Aspekt der Aufnahme umging, gleich beim Debüt der Band 1969. “Was an Led Zeppelin interessant war, war, wie gut sie in der Lage waren, die Essenz des unheimlichen Teils des Blues zu aktualisieren und einzufangen”, sagte White in Light and Shade.

White glaubte, dass das die Zep mit den Meistern der Musik verband. “Ein großartiges Zeppelin-Stück ist genauso intensiv und spontan wie eine Blind Willie Johnson-Aufnahme”, sagte er.

Page hat gesagt, dass seine Herangehensweise an den Blues vor allem das Einfangen einer Stimmung beinhaltet. Er hat auch darüber gesprochen, wie schwer es sein kann, etwas Originelles in einem Blues zu spielen. Deshalb hielt er “Since I’ve Been Loving You” für das schwierigste Stück, das auf Led Zeppelin III (1970) aufgenommen wurde.

White verglich Page’s Zeppelin-Gitarrenarbeit auch mit der von Robert Johnson

Als ob White Page nicht schon genug geschmeichelt hätte, indem er ihn mit Blind Willie Johnson verglich, setzte der White Stripes-Gitarrist mit einem Vergleich mit dem legendären Robert Johnson noch einen drauf. White verwies auf eine Live-Performance von “Dazed and Confused” als Bezugspunkt.

“Kurz vor der zweiten Strophe fängt Jimmy an, einen Haufen abrasiver Geräusche zu machen”, sagte White in “Light and Shade”. “Und das ist so ähnlich wie eine hundertprozentig aufgepeppte Version von Robert Johnson.” White war der Meinung, dass beide Musiker das Beste aus den Werkzeugen machten, die ihnen in ihrer Epoche zur Verfügung standen.

Nach Whites abschließender Einschätzung lag Zeppelins Leistung darin, den Blues auf ein Niveau zu heben, das von den frühen Meistern nur angedeutet wurde. “Als Erwachsener beeindruckt mich, dass Led Zeppelin der ultimative Ausdruck der Kraft des Blues ist”, sagte White.

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