Judy Garland sagte, sie sei “eine wandelnde Werbung für Schlaftabletten” gewesen und 72 Stunden am Stück zu arbeiten sei für sie “eine Lebensart” gewesen

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Auch 80 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist der Zauber von “Der Zauberer von Oz” ungebrochen. Der Film mit der jungen Judy Garland in ihrer wohl größten Rolle hat die Zeit überdauert und bleibt ein Lieblingsfilm für Menschen jeden Alters. Aber hinter den Kulissen gab es nicht nur Regenbögen, und Garlands Leben war alles andere als ein Leben in der Smaragdstadt.

Judy Garland hatte früher Probleme mit ihrem Körperbild

In den letzten Jahrzehnten haben die Menschen gesehen, welche negativen Auswirkungen es auf eine Person hat, ein Kinderstar zu sein, wenn sie erwachsen wird. Beliebte Entertainerinnen wie Britney Spears, Amanda Bynes und Lindsay Lohan haben persönliche Turbulenzen in der Öffentlichkeit durchgemacht und haben alle hart daran gearbeitet, sich davon zu erholen, wie der Kinderstar-Status sie beeinflusst hat.

Judy Garland war wohl die erste, die dieses Phänomen erlebte. Garland und ihre Schwestern waren von klein auf Entertainerinnen – sie war gerade einmal 2 Jahre alt, als sie zum ersten Mal auf der Bühne stand – und sie wurde vom Mega-Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer im Alter von nur 13 Jahren entdeckt.

Garlands Alter und Größe erwiesen sich für MGM als Problem. Sie war weniger als fünf Fuß groß und ihre niedliche “Mädchen von nebenan”-Persönlichkeit passte nicht gut zu den reiferen Rollen. Laut der Judy-Biografie von 1975 musste Garland, wenn sie jüngere Charaktere spielte (u.a. Dorothy in The Wizard of Oz), Kappen auf ihren Zähnen und Prothesen auf ihrer Nase tragen.

Laut dem Buch The Golden Girls of MGM bezeichnete Studiochef Louis Mayer sie als seinen “kleinen Buckligen”. Charles Walters, der später in mehreren Filmen für Garland Regie führte, wusste, dass ihre Probleme eine Folge davon waren, wie sie behandelt wurde. “Sie war das hässliche Entlein”, sagte er 1972 in dem Film Judy: Impressions of Garland. “Ich glaube, das hatte für lange Zeit eine sehr schädliche Wirkung auf sie, emotional gesehen. Ich glaube, es dauerte wirklich ewig.”

Dunkle Geheimnisse hinter den Dreharbeiten zu ‘Der Zauberer von Oz’

Judy Garland gewöhnte sich an ihre Misshandlung

Neben der strengen Kontrolle durch die MGM-Studios wurde Garland auch gezwungen, Tabletten zu nehmen und andere extreme Maßnahmen zu ergreifen. Um in die Rolle der Dorothy Gale zu schlüpfen, musste sie zum Beispiel enge Korsetts tragen und ihre Brüste mit Klebeband abkleben, um ihr unschuldiges Mädchengesicht zu bewahren.

Abgesehen von den Pillen nahm Garland nicht viel anderes zu sich. Mit dem Biographen Paul Donnelley reflektierte sie darüber, was ihre Betreuer ihr in ihrer frühen Karriere zumuteten.

“Sie ließen uns Tage und Nächte durcharbeiten. Sie gaben uns Pillen, um uns auf den Beinen zu halten, lange nachdem wir erschöpft waren. Dann brachten sie uns in die Studioklinik und betäubten uns mit Schlaftabletten – Mickey ausgestreckt auf einem Bett und ich auf einem anderen”, sagte Garland. “Dann, nach vier Stunden, weckten sie uns auf und gaben uns wieder die Aufputschmittel, damit wir 72 Stunden am Stück arbeiten konnten.”

Garland räumte ein, dass dies keine Art und Weise war, wie ein junger Mensch leben sollte, aber sie war so daran gewöhnt, dass sie sich nicht viel dabei dachte. “Die Hälfte der Zeit hingen wir an der Decke, aber es war eine Art zu leben für uns”, sagte sie.

“Zeitweise war ich so etwas wie eine wandelnde Werbung für Schlaftabletten”, sagte Garland in ihren späteren Jahren laut Biography.com. “Auch wenn die Pillen auf ärztliche Verschreibung kommen, wie es bei mir der Fall war, können sie eine enorme Belastung für das Nervensystem sein.”

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