TI Messenger ist ein Messaging-Tool, das Ärzten die Kommunikation untereinander erleichtert.

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TI Messenger ist ein Messaging-Tool, das Ärzten die Kommunikation untereinander erleichtert.

Über das (digitale) E-Rezept, das den rosa Zettel ablöst, haben wir kürzlich berichtet. Dieses wird bald auf den Prüfstand gestellt und bis Ende des Jahres notwendig sein. In der Gesundheitsbranche soll die Digitalisierung aber noch allgegenwärtiger werden. Grundlage dafür ist der Gesetzentwurf zum Digitalen Versorgungs- und Betreuungsmodernisierungsgesetz (DVPMG), der Ende Mai vom Bundesrat verabschiedet wurde.

Die gematik setzt daraufhin den TI-Messenger ein, der für Telematikinfrastruktur-Messenger steht. Dabei handelt es sich nicht um die “neunte WhatsApp-Alternative” für Normalsterbliche wie Sie und ich, sondern um eine Kommunikationsmöglichkeit für Ärzte untereinander. Es geht also nicht darum, dass Sie mit Ihren Ärzten “sprechen”, sondern dass die Ärzte miteinander sprechen.

Diese Kommunikation ist z. B. erforderlich, wenn der Hausarzt eine ambulante Nach- oder Zusatzversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt durchführt. Eventuelle Fragen sollten in einer kurzen Nachricht an den behandelnden Arzt des Krankenhauses über den Messenger-Dienst gestellt werden, und eine Antwort sollte so schnell wie möglich erfolgen.

Da hier mit sensiblen Daten und Informationen umgegangen wird, ist ein sicherer Übertragungsmechanismus für die Echtzeitkommunikation erforderlich. Außerdem sollte der Messenger nicht nur mit Smartphones und Tablets, sondern auch mit stationären PCs in Arztpraxen kompatibel sein.

Ich bin nicht qualifiziert, die Notwendigkeit einer solchen Schnittstelle zu beurteilen, aber die gematik schätzt den Bedarf an “schneller und sicherer Kommunikation” als “riesig” ein. Derzeit setzen sie auf KIM (Medizinisches Informationsmanagement), einen sicheren E-Mail-Austausch für sensible Daten wie Berichte, Bescheide, Rechnungen und sogar Röntgenbilder. In der Praxis wird dies anstelle der gedruckten Form zum Beispiel für Arztbriefe genutzt. Der Messenger soll KIM nicht ersetzen, sondern durch asynchrone “Ad-hoc-Kommunikation” in Form von Kurznachrichten ergänzen.

Warum nicht Signal oder Threema verwenden, zwei bekannte sichere Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? In Bezug auf “Interoperabilität” und “authentifizierte Benutzer” antwortet die gematik wie folgt:

Die Erreichbarkeit aller TI-Messenger-Nutzer durch die Gewährleistung der Kompatibilität zwischen mehreren Messenger-Diensten und die Verfügbarkeit eines gemeinsamen Adressbuches aller verifizierten Nutzer sind wesentliche Unterschiede zu bisherigen Messenger-Lösungen.

Die ersten Produkte, die den auf einem Open-Source-Protokoll basierenden TI-Messenger-Standard nutzen, werden voraussichtlich im Frühjahr 2022 auf den Markt kommen. Dadurch kann die Lösung direkt mit anderer Software verknüpft werden.

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