Studieren: Die Frauenquote in der obersten Etage von Unternehmen macht einen großen Unterschied.

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“Nichts geschieht freiwillig”
Siemens-CEO: Das Geschäft macht es zu einfach
Verbindliche Quote für Frauen macht einen großen Unterschied

Fast die Hälfte der börsennotierten Unternehmen (44 Prozent), für die künftig eine Frauenquote in der Geschäftsleitung gelten soll, haben bisher keine weibliche Führungskraft im Vorstand.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Evaluierung der Fidar-Organisation (Frauen in Aufsichtsräten), die der Deutschen Presse-Agentur zur Verfügung steht.

Darunter befinden sich namhafte Unternehmen wie der Sportartikelhersteller Adidas, der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer und der Energieriese Eon (Stand 31.

31. Oktober).

Die schwarz-rote Koalition will mehr Frauen in den Verwaltungsräten großer Unternehmen.

Eine Studie zeigt den Handlungsbedarf aus der Sicht der Organisation Fidar auf.

“Nichts geschieht freiwillig.

Mit der Mindestbeteiligung von Vorstandsmitgliedern machen wir Schluss mit frauenfreien Vorstandsetagen in großen Unternehmen”, sagte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD).

Demnach liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte in den Vorständen von insgesamt 190 börsennotierten Unternehmen bei 11,8 Prozent.

Bewertet wurden die Gruppen in den Börsenindizes Dax, MDax und SDax sowie in den 30 voll mitbestimmten Unternehmen, die derzeit im Geregelten Markt notiert sind.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich grundsaetzlich darauf geeinigt, dass in den paritaetisch paritaetisch besetzten Vorstaenden von boersennotierten Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern spaetestens bei der Neubesetzung einer Position eine Frau vertreten sein muss.

Der Studie zufolge gilt dies für 73 börsennotierte Unternehmen, während 32 von ihnen keine weiblichen Führungskräfte in ihren Verwaltungsräten haben.

Für Aufsichtsräte gibt es bereits eine Frauenquote: Nach dem seit Mai 2015 geltenden Gesetz müssen Unternehmen ab einer bestimmten Größe – in der Regel 2000 Beschäftigte – freie Positionen im Aufsichtsrat mit Frauen besetzen, bis mindestens 30 Prozent der Mitglieder Frauen sind.

Für rund 4.000 weitere Unternehmen sieht das Gesetz Zielvorgaben für den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und anderen Führungsgremien vor.

Häufig wurde dort jedoch der “Zielwert Null” festgelegt.

Siemens-Chef Joe Kaeser begruesste die Initiative der Koalition.

“Wenn es der deutschen Wirtschaft jahrzehntelang nicht gelungen ist, mehr Frauen in den Vorstaenden zu etablieren, dann muss der Gesetzgeber einfach den Rahmen straffen”, sagte Kaeser der “Augsburger Allgemeinen” (Montag).

“Die Wirtschaft hatte ihre Chance, hat sie aber nicht ausreichend genutzt.

“Mit Argumenten, dass nicht genügend Frauen als Führungskräfte zur Verfügung stehen, macht es sich die Wirtschaft zu leicht.

Im siebenkoepfigen Siemens-Vorstand ist die Personalchefin Judith Wiese derzeit die einzige Frau.

Nach einer Analyse der Boston Consulting Group (BCG) betreffen die Pläne der schwarz-roten Koalition fast ein Drittel der 100 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

29 dieser Unternehmen haben der Studie zufolge mehr als drei Mitglieder im Vorstand, aber keine Position wird von einer Frau besetzt.

Dementsprechend würde das von der Bundesregierung vorgeschlagene Gesetz nach der derzeitigen Situation 29 Frauen in den Verwaltungsräten erlauben, teilte BCG kürzlich mit.

Bei den Kontrollausschüssen selbst stieg der Frauenanteil laut der Studie leicht auf 32,7 Prozent in den 190 untersuchten Unternehmen.

Das ist ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Frühjahr.

Unter den 107 Unternehmen, die derzeit der Quote unterliegen, erreichte der Anteil weiblicher Führungskräfte in den Aufsichtsräten einen Höchststand von 35,4 Prozent.

Die 83 Unternehmen, die nicht der Quote unterliegen, erreichten nur 24,4 Prozent.

Die Zahlen zeigten deutlich, welchen Unterschied die verbindliche Frauenquote macht, sagte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

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