“Steile Lernkurve” – Ausstellung beleuchtet Digitalisierung in der Korona-Zeit.

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Eine Ausstellung zur Digitalisierung
Private Kommunikation hat sich geändert

Viele Menschen leben seit der Corona-Krise viel mehr digital.

Sie halten Videokonferenzen in ihrem Heimbüro ab, sehen sich Konzerte per Livestream von zu Hause aus an oder treffen ihre Freundinnen in Video-Chats statt in Restaurants.

Nach Ansicht von Tine Nowak von der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation hat die Corona-Pandemie eine “steile Lernkurve” ausgelöst.

“Wir alle mussten uns so schnell wie möglich digitalisieren.

“Gleichzeitig sieht sie aber auch die Gefahr, dass dies zu mehr Ungleichheit führen könnte.

Videokonferenzen statt Geschäftsreisen, Cocktail-Partys in Chatrooms – natürlich seit Corona.

Wie sich dies auf die Digitalisierung ausgewirkt hat, soll eine Show zeigen.

Nowak glaubt nicht, dass die Corona-Krise die Digitalisierung an sich befeuert hat.

“Es gab nicht unbedingt mehr neue digitale Angebote”, sagt sie.

Aber bestehende Angebote wurden stärker genutzt, auch solche, die früher als unnötig angesehen wurden, wie Videoplattformen oder Messenger-Dienste.

Im Home-Office, sagt sie, müssen diese nun genutzt werden, was für manche Menschen eine sehr große Veränderung bedeutet.

“Es gibt definitiv Leute, die davon abgekoppelt werden”, betont Nowak.

“Man muss sehen, ob es eine digitale Ungleichheit gibt.

Nowak ist Kurator der Ausstellung “#neuland”, die sich mit der Digitalisierung unseres Alltagslebens befasst.

Sie wird am Mittwoch im Nürnberger Museum für Kommunikation eröffnet.

Zuvor war sie im Frankfurter Schwestermuseum zu sehen.

Doch für Nürnberg haben Nowak und ihre Kollegin Silke Zimmermann von der Münchner Nemetschek-Stiftung die Schau um die digitalen Phänomene der Corona-Pandemie erweitert – mit Exponaten wie Briefen, Paketen, Fotos und Masken, die Menschen auf einen Aufruf der Museumsstiftung hin eingereicht haben.

Auch die Einflussnehmer mussten sich auf die Situation einstellen.

Rezepte für Bananenbrot wurden während der Zeit des Kontaktverbots zu einem viralen Hit auf YouTube, sagte Nowak.

“Youtubers müssen dauerhaft Inhalte produzieren.

Sie waren auch mehr zu Hause und mussten dann dort nach Themen suchen”, erklärte Nowak.

Koch- und Backrezepte, Gartenthemen und Putztipps zum Beispiel waren dem Spiel weit voraus.

Die Ausstellung veranschaulicht auch, wie sich unsere private Kommunikation mit der Corona-Pandemie verändert hat.

Beispielsweise trifft sich einmal pro Woche ein Freundeskreis per Videokonferenz, um gemeinsam Cocktails zu trinken und zu singen.

Dating-Apps haben ihr Angebot erweitert, so dass man sich schon beim ersten Date virtuell kennen lernen kann.

Im Mai 2021 soll “#neuland” in das Museum für Kommunikation in Berlin umziehen – und dann um weitere Corona-Exponate erweitert und je nach Fortschritt der Digitalisierung auch teilweise neu gestaltet werden.

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