Raumfahrt: Zu wenig natürliche Ressourcen auf dem Mond – Warnung vor Konflikten.

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Zu wenig Rohstoffe

Die Vorkommen wichtiger Ressourcen auf dem Mond sind so gering, dass es bald zu schweren Spannungen, Platzmangel und Konflikten kommen könnte, wenn die Ausbeutung in den kommenden Jahren tatsächlich beginnt.

Dies haben zwei Forscher und eine Forscherin festgestellt, die ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Philosophical Transactions of the Royal Society A veröffentlicht haben.

Das Problem ist, dass es inzwischen immer mehr Pläne für Landungen auf dem Mond gibt, aber nur vergleichsweise wenige Orte, die sich für Mondbasen oder die Rohstoffgewinnung eignen.

Zudem gibt es keine gesetzlichen Regelungen darüber, wer dort Rohstoffe bezieht.

Das Interesse am Mond ist so gross wie schon lange nicht mehr.

Forscher warnen nun aber davor, dass der Mond bald eng und konfliktreich werden könnte.

Das Interesse an den Rohstoffen dort ist nicht neu, erklärt das Harvard Smithsonian Center for Astrophysics, wo die Studie entwickelt wurde, aber die Dringlichkeit ist jetzt eine andere.

Außerdem diskutierte man bisher über wissenschaftliche Nutzungen im Wettbewerb um den Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen, oder darüber, wer tatsächlich Zugang erhalten könnte.

Das größte Problem war jedoch, dass es viel zu wenig Ressourcen auf dem Mond gab, die zudem an einigen wenigen Orten konzentriert waren.

Dies könnte schnell zu Platzmangel, den daraus resultierenden Konflikten und einer viel zu schnellen Ausbeutung führen.

Zudem besteht die Gefahr, dass sich die bisher entdeckten Vorkommen nach besser aufgelösten Analysen als viel kleiner erweisen als erwartet.

Auch das Gegenteil könnte der Fall sein.

Der wissenschaftliche Artikel ist Teil einer Serie über die Bedeutung des Mondes für die Astronomie im kommenden Jahrzehnt.

Der Erdtrabant ist in letzter Zeit wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, insbesondere nachdem die NASA ihre Absicht bekannt gegeben hat, in einigen Jahren Astronauten dorthin zu schicken und eine Raumstation in seiner Umlaufbahn zu errichten.

Die US-Raumfahrtbehörde selbst hatte die Jagd nach den dortigen Ressourcen vor einigen Wochen quasi offiziell eröffnet.

Der Zugang vor Ort ist eine unabdingbare Voraussetzung für geplante Bauprojekte auf dem Mond, zum Beispiel weil es “absurd teuer” wäre, das Eisen dafür von der Erde dorthin zu bringen, wie es die Forscher formulieren.

Rechtliche Grundlagen wie der Weltraumvertrag von 1967 bieten keinen robusten Schutz für die Vorkommen, heißt es noch immer.

Dennoch sehen die Forscher Möglichkeiten, die Konflikte zu verhindern.

Mögliche Nutzer der Ressourcen – wie Staaten und private Unternehmen – könnten sich zusammensetzen und Worst-Case-Szenarien durchspielen, um herauszufinden, wie diese verhindert werden könnten.

Es gibt auch Einsatzszenarien auf der Erde, zum Beispiel auf den Ozeanen, die hier als Modell dienen könnten.

Dazu müsste allerdings erst einmal ermittelt werden, welche Ressourcen tatsächlich auf dem Spiel stehen, denn neben den physischen Rohstoffen sind die wenigen Orte mit besonders kurzen Nächten auch eine knappe Ressource an sich.

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