Konzept: Die Besteuerung von Heimarbeitsplätzen könnte für Krisenverlierer Milliarden einbringen.

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Mehr Vorteile als Nachteile
Steuereinnahmen in Milliardenhöhe

Eine Steuer auf Heimbüroarbeit könnte zumindest die drastischen Folgen für die Millionen von Menschen, für die dies nicht möglich ist, finanziell abfedern.

Dies schlägt ein Forscher der Deutschen Bank in einem Konzeptpapier vor, das von dem Finanzinstitut in englischer Sprache veröffentlicht wurde.

Darin erklärt Luke Templeman, dass die Verlagerung hin zu mehr Arbeitsstunden im Home-Office, die eindeutig durch die Korona-Pandemie vorangetrieben wurde, sicherstellt, dass immer mehr Menschen mit allen Vorteilen am Wirtschaftsleben teilnehmen können, ohne zur damit verbundenen Infrastruktur beizutragen.

Eine Besteuerung könnte helfen, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

Ein Forscher der Deutschen Bank schlägt vor, die Arbeit im Home-Office zu besteuern.

Das Geld könnte an die Ärmsten und an diejenigen in systemisch wichtigen Berufen gehen.

Während der massenhafte Wechsel ins Home-Office während der Pandemie in erster Linie dem Schutz der Gesundheit und der Einschränkung von Kontakten diene, hätte er für die Betroffenen auch klare finanzielle Vorteile, heißt es in dem Papier “Was wir tun müssen, um wieder aufzubauen”.

Sie würden zum Beispiel bei den Reisekosten, aber auch bei den Kosten für Kleidung, Lebensmittel und Reinigung sparen.

Während der Arbeitgeber von der Verringerung der sozialen Kontakte profitieren würde, hätten die Arbeitnehmer eine größere Arbeitsplatzsicherheit, mehr Flexibilität und mehr Komfort.

Es gibt aber auch Nachteile, wie z.B. mehr psychische Belastung und häusliche Enge.

Im Vergleich dazu seien diese jedoch viel weniger schwerwiegend, behauptet der Forscher.

Durch eine solche Umverteilung würden nicht einfach nur Unternehmen subventioniert, die in der veränderten Arbeitswelt gar nicht mehr notwendig seien, argumentiert der Autor weiter.

Dies könnten Bäckereien sein, die Kunden verlieren.

Stattdessen würde das Geld an jene Menschen gehen, die ihren Platz in der Gesellschaft durch Kräfte außerhalb ihrer Kontrolle verloren haben: “Diejenigen, die das Glück haben, sich von der ‘face-to-face-Wirtschaft’ isolieren zu können, sind es ihnen schuldig.

Ein zentraler Bestandteil der Studie werden dann Berechnungen zur Höhe der vorgeschlagenen Home-Office-Steuer sein.

Ein Tag Heimarbeit würde mit 5 Prozent (vom Tageslohn) besteuert.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern keinen Büroraum zur Verfügung stellen, müssten diesen Betrag zahlen, andernfalls würde er vom Lohn der Mitarbeiter abgezogen.

In Deutschland koennten dadurch jaehrlich fast 16 Milliarden Euro erwirtschaftet werden, die auf die unteren 12 Prozent verteilt werden sollten.

Viele von ihnen hatten in der Pandemie Gesundheitsrisiken auf sich genommen und waren viel systemrelevanter, als ihr Lohn vermuten ließe.

In Deutschland könnten sie 1500 Euro pro Jahr erhalten.

Zur Untermauerung seiner These verweist der Autor u.a. auf Umfragen, nach denen im Verlauf der Pandemie immer mehr Beschäftigte angaben, dass sie nach dem Ende der Pandemie noch zwei bis drei Tage in ihrem Home-Office arbeiten wollten.

Darüber hinaus hat sich der Prozentsatz derjenigen erhöht, die ihre Arbeit im Home-Office für produktiver halten.

Zumindest zeitweise hätten 47 Prozent der Beschäftigten in Großbritannien, 50 Prozent in den USA und sogar 67 Prozent in Deutschland in einem Home-Office gearbeitet, heißt es in dem Bericht.

Ein Drittel der neuen Heimarbeiter geht also davon aus, dass sie auch nach Corona an zwei Tagen in der Woche zu Hause bleiben werden.

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