Klimaerwärmung: Die verdrängte Krise?.

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Entscheidende Jahre
Europäische und globale Bemühungen
Bedrohung der nationalen Sicherheit

Zehntausende auf der Straße, friedlich protestierend, schreiend und singend, Arm in Arm: So ist der Freitag der Zukunft zu einer Kraft geworden, die der Politik beim Klimaschutz ein Bein gestellt hat.

In den vergangenen Monaten haben Aktivisten sehnsüchtig auf diese Zeit zurückgeblickt.

Denn im Jahr 2020 hatten es Greta Thunberg, Luisa Neubauer und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter viel schwerer, an Bilder und Schlagzeilen zu kommen.

Die Koronapandemie hat die Klimaproteste weitgehend ins Internet und das Thema von den Titelseiten verdrängt.

In diesem Jahr hat die Korona-Pandemie die Klimaerwärmung zumindest teilweise aus den Köpfen und Medien verdrängt.

Aber die Alarmsignale sind da.

Forscher warnen davor, dass die 1920er Jahre darüber entscheiden werden, ob das Ziel der Pariser Klimakonvention, die Erderwärmung auf unter zwei Grad und wenn möglich auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreichbar bleibt.

Auch der nächste Koalitionsvertrag wird vor diesem Hintergrund bewertet werden.

“Die Bundestagswahl wird eine Klimawahl”, ist Luisa Neubauer, Deutschlands bekannteste Klimaaktivistin, überzeugt.

Doch aus Sicht der Klimaschützer gibt es Grund zur Hoffnung für 2021 – in Deutschland, Europa und weltweit.

Start in Deutschland: 2021 findet die Bundestagswahl statt.

Bei den wichtigen Problemen, die die Forschungsgruppe Wahlen regelmäßig für das ZDF-Politbarometer erhebt, stehen Umwelt, Klima und Energie hinter Corona an zweiter Stelle und dürften damit auch im Wahlkampf wichtig werden.

Ein Blick in die Welt: Im Jahr 2020 fiel die UN-Klimakonferenz dem Corona-Virus zum Opfer, Ende 2021 wird sie in Glasgow nachgeholt.

Eigentlich sollten alle Länder bis zum Klimagipfel neue nationale Pläne vorlegen, wie sie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren wollen.

Ein Mini-Online-Gipfel Mitte Dezember kann nicht die gleiche Wirkung haben, aber er sollte es zeigen: Das Thema wird nicht vergessen.

Als nächstes steht die Europäische Union an, wo sich die Mitglieder Ende dieses Jahres auf ein höheres Klimaschutzziel einigen sollen – und dann wird es richtig spannend.

Im Jahr 2021 wird sich zeigen, was das für die einzelnen Mitgliedsstaaten, für die Energieerzeugung oder die Automobilhersteller bedeutet.

Zudem wird es Korona-Wiederaufbauhilfen geben, die klimafreundliche Technologien fördern oder auf Kohle, Öl und Gas setzen können.

Die Experten von Climate Transparency zum Beispiel haben der EU bisher sehr gute Noten gegeben.

Neubauer sieht die EU in einer besonderen Verantwortung: Für das 1,5-Grad-Ziel “steht und fällt alles mit Europa, das mit gutem Beispiel vorangeht”.

Fridays for Future will die Menschen auffordern, “mit uns gemeinsam die Wahl zu treffen, eine Wahl zu treffen, die sich wie nie zuvor um das Klima dreht”.

Der Planet zeigt jeden Tag, wie dringend Handlungsbedarf besteht.

“Alle Parteien sind aufgerufen, Programme zu entwickeln, die die Klimakrise und ihr immenses Bedrohungspotenzial für Deutschland bewältigen können”, warnte Neubauer.

“Sobald groß angelegte Proteste möglich sind, werden sie wieder stattfinden – vorausgesetzt, die Regierung gibt weiterhin so engagierte Gründe für einen Streik.

Die neue US-Regierung wird die Klimakrise als die dringende Bedrohung für die nationale Sicherheit behandeln, die sie ist, kündigte der designierte Klimabeauftragte John Kerry bereits an.

“Gut zu wissen”, antwortete Greta Thunberg aus Schweden, jetzt 17 Jahre alt, die jeden Freitag ironischerweise ihr berühmtes Schild “Schulstreik für Klima” präsentiert.

Neubauer glaubt: “Biden öffnet wieder viele klimapolitische Türen.

Zuletzt hatten China, Japan, Südafrika und Südkorea mehr Klimaambitionen angekündigt.

Doch keine andere Nachricht gab den Klimaschützern so viel Hoffnung wie die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten.

Am 20.

Januar tritt er sein Amt an.

Biden will die USA, das Land mit den zweithöchsten CO2-Emissionen weltweit, gleich am ersten Tag im Oval Office wieder in das Pariser Klimaabkommen einbinden und die Wirtschaft auf den Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2050 bringen.

Weltweit sind die Folgen des Klimawandels längst offensichtlich geworden – auch wenn es nach wie vor schwierig ist, einzelne extreme Wetterereignisse auf die globale Erwärmung zurückzuführen.

Klar ist jedoch, dass es mehr davon geben wird und dass sie gravierender sein werden.

Ein Blick zurück über den europäischen Horizont – nach Afrika, Australien, Asien und Mittelamerika:…

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