Kaufhaus Österreich: Spott und Kritik für alternatives Portal zu Amazon.

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Zerstörerische Kritik
Ausländische Online-Shops sind ebenfalls enthalten

Ein neues nationales Webverzeichnis mit dem Namen “Kaufhaus Österreich” soll Verbraucher zu österreichischen Webshops führen.

Es wird vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Österreich und der Wirtschaftskammer Österreich betrieben.

Die Website wurde vom nationalen Bundesrechenzentrum für 627 programmiert.

000 Euro programmiert.

Die Website ging am vergangenen Cybermontag online und seit Mittwoch läuft eine landesweite Werbekampagne.

Um die Einzelhändler im Kampf gegen Amazon, Zalando & Co zu unterstützen, hat die österreichische Regierung ein “Kaufhaus Österreich” ins Leben gerufen.

Erstaunte Nutzer finden ein Webverzeichnis.

Der Eintrag ist kostenlos; derzeit sind rund tausend Unternehmer in 17 Kategorien und neun weiteren Plattformen verzeichnet.

Was sie tatsächlich anbieten, muss allerdings auf ihrer jeweiligen Website herausgefunden werden, da das Kaufhaus Österreich keine Produktlisten zur Verfügung stellt.

Einige Links führen zu Amazon-Geschäften.

Neben dem Konsumentenbereich bietet das Kaufhaus Österreich auch ein “Wissensangebot” für Unternehmen, die sich online noch nicht zurechtfinden.

Die öffentlichen Betreiber beschreiben das Kaufhaus Österreich als “qualitätsgesicherte Basisinfrastruktur für Online-Shops”.

Erklärtes Ziel sei es, “zur Stärkung des E-Commerce in Österreich beizutragen”.

Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) erhofft sich davon einen Anreiz, weniger bei ausländischen Firmen wie Amazon und mehr bei regionalen Unternehmen zu bestellen.

Wer zum Beispiel “Chromebook” oder “Fernrohr” sucht, wird im österreichischen Kaufhaus nichts finden.

Die Suche nach “Squash” führt zu einem einzigen Webshop.

Dieser bietet Software für Tennisclubs, Squashclubs und Kegelbahnen an.

Er bietet auch die Kategorie “Sport- und Freizeitartikel” an.

Dahinter verbirgt sich ein Sammelsurium von Geschäften, die ein breites Spektrum von Alpakas über Feinkost bis hin zu Strickbedarf abdecken.

Wer “Staubsauger” sucht, wird auf die Kategorie “Bauen, Garten und Haushalt” verwiesen, die vom Kosmetik-Strukturverkauf über Grillsysteme bis hin zu Goldfischzubehör reicht.

Die Reaktionen der österreichischen Experten und Anwender hätten kaum schlechter ausfallen können.

Das Spektrum reicht von der Kritik an der mangelnden Beachtung von Datenschutzbestimmungen über die Scham Dritter für ein Webverzeichnis, das vor 25 Jahren noch hübsch gewesen wäre, bis hin zum Entsetzen über die Kosten.

Da die Konsumenten nicht nach Produkten, sondern nur nach weniger intuitiven Kategorien suchen können, bleibt ihnen im Wesentlichen nur eine Anwendung: Durch Eingabe des Namens eines bereits bekannten Händlers wird ein passender Link angeboten – vorausgesetzt, der Händler hatte sich zuvor registriert.

Der verlinkte Webshop ist offen, wird aber von einem in der Schweiz ansässigen Unternehmen unter der Aufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf betrieben.

Auch Produkte Made in Austria können dort nicht gekauft werden.

Die Standortsuche ist sorgfältig geplant, auch wenn dies dem Gedanken des Online-Handels zuwiderlaufen mag.

Der Testeintrag von “Oberwart”, der drittgrößten Stadt im Burgenland, zeigt genau ein Ergebnis im österreichischen Kaufhaus: eine belgische Textilkette, die in Oberwart eine derzeit geschlossene Filiale unterhält.

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