Gefälscht oder echt: Die Polizei sucht Experten für Social-Media-Forschung.

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Ein großer Forschungspool für die Polizei
Beschaffung von Echtzeit-Informationen

Die Polizei in NRW sucht Social-Media-Experten, die auf Facebook, Twitter oder Instagram Informationen recherchieren – zur Unterstützung ihrer Kollegen vor Ort.

So könnten den Polizeibeamten beispielsweise aktuelle Fotos von Vermissten zur Verfügung gestellt oder Internet-Videos bei einem größeren Vorfall, etwa einem Amoklauf, angesehen werden.

Das Innenministerium bestätigte auf eine Anfrage der dpa hin, dass entsprechende “Monitoring and Communication Centers” (GMKC) nun eingerichtet werden.

Filme, Fotos, Tweets: Künftig sollen Experten bei größeren Polizeisituationen, aber auch bei einigen Vermisstenfällen prüfen, was im Internet echt oder gefälscht ist.

Hintergrund ist das Forschungsprojekt “Sentinel” der Deutschen Hochschule der Polizei, an dem u.a. das Präsidium in Dortmund beteiligt war.

Die These, so die Forscher: “Social Media vereinen riesige Datenbanken mit Fotos, Videos, Informationen und Nachrichten in einem Medium.

“Ein großer Forschungspool für die Polizei.

“Auch spezielle Informationen zu Örtlichkeiten, wie Eingangssituationen, Hinterausgänge, Fluchtwege oder bauliche Maßnahmen, können Ergebnisse der Informationsproduktion sein”, so die Kriminalforscher.

Nach Angaben des Ministeriums erhalten die kriminalpolizeilichen Zentralen in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster zunächst jeweils einen GMKC.

Eine Ausweitung auf andere Dienststellen ist bei positiven Erfahrungen nicht ausgeschlossen.

Die Stellen werden derzeit ausgeschrieben – gesucht werden Zivilisten, so genannte Regierungsangestellte.

Deshalb werden die sechs Kriminaldirektionen in NRW nun mehrere OSINT-Experten erhalten.

Ihre Aufgaben, so die Ausschreibung: “Medienbeobachtung sowie die Beschaffung von Echtzeitinformationen zur Unterstützung verschiedenster Einsatzsituationen” oder auch “Überprüfung der gewonnenen Informationen (z.B. die Nutzung der Informationen in den Medien)”.

B.

gefälschte Nachrichten, Glaubwürdigkeit der Daten)”.

Diese so genannte “Open Source Intelligence” (OSINT), ein Informationsnetzwerk aus freien Quellen, wird für die Polizei immer wichtiger.

“In einer Vielzahl von operativen Situationen des täglichen Dienstes, wie zum Beispiel

B.

Suchsituationen, Gewalt im sozialen Umfeld, Straßenkriminalität etc.

Durch den Einsatz von OSINT können einsatzrelevante Informationen gewonnen werden, die zu einem besseren Schutz der Polizeikräfte und der Bevölkerung sowie zu einer professionelleren Aufgabenbewältigung beitragen können”, sagen die Köpfe hinter dem Pilotprojekt, das in den Jahren 2018 und 2019 lief – und als Erfolg verbucht werden konnte.

Voraussetzung ist laut Ankündigung ein Hochschulabschluss oder eine Ausbildung zum “Informationsbroker” oder Social Media Manager.

Auch Informatiker werden gesucht.

Grundgehalt: rund 3400 Euro.

Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums der dpa mit: “Ziel ist es, die Kompetenz in der OSINT-Forschung zu erweitern und Polizeibeamte durch den Einsatz fachkundiger Regierungsmitarbeiter von der Forschungstätigkeit zu entlasten.

“..

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