Frustrierter Lehrer – “Natürlich leidet der Unterricht”.

0

Die Verbände kritisieren zu viele Alleingänge des Ministeriums und wollen stärker in die laufenden Prozesse eingebunden werden.

Im Land gebe es genug Kompetenz, um die Aufgabe der digitalen Transformation gemeinsam zu lösen.

In einer gemeinsamen Erklaerung erklaerten sie, dass viel externes Fachwissen in den Mühlen der Verwaltungen verkümmere.

Nach Ansicht der Bildungsexperten vermittelt das Ministerium zwar ein Aktivitätsgefühl, doch halten sie die Substanz der Aktivitäten für zu gering, wie die Bildungsverbände am Montag berichteten.

“Wenn wir nüchtern auf die letzten viereinhalb Jahre schauen, müssen wir sagen Für die Qualität und die zukünftige Entwicklung der Schulen im Land geht eine verlorene Legislaturperiode zu Ende”, resümierte Matthias Wagner-Uhl, der Vorsitzende des Verbandes für Gemeindeschulen.

Stuttgart (/lsw) – Bildungsverbände aus dem Südwesten kritisieren, dass das Kultusministerium dem digitalen Wandel in den Schulen Baden-Württembergs nicht Rechnung trägt.

Vor allem viele Lehrer, die nebenberuflich als Netzwerkberater tätig sind, seien bei der Einrichtung der Geräte und den zusätzlichen Gesprächen mit Eltern und Schülern überfordert, so der Bildungs- und Erziehungsverband.

Der stellvertretende Vorsitzende Oliver Hintzen berichtet von einem Lehrer, der in der Vergangenheit mehr als 500 Geräte aufstellen musste.

Der Medienentwicklungsplan sieht tatsächlich deutlich weniger Stunden für die Arbeit der Netzwerkberater vor – Überstunden werden derzeit immer häufiger gemacht.

Durch Konferenzen und Vermittlung bestehe ein enger Kontakt zu den baden-württembergischen Bildungsverbänden, betonte eine Sprecherin des Kultusministeriums.

Hinzu komme, dass Projekte wie der Digitale Pakt und eine digitale Bildungsplattform die Botschaft einer verlorenen Legislaturperiode nicht nachvollziehbar machten.

Er forderte einen IT-Betreuer pro Schule.

Die Forderung ist nicht neu.

Aber das Bildungsministerium und die lokalen Behörden werden sich nach Angaben der Bildungsverbände nicht über die Finanzierung einigen.

David Warneck von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt deshalb ein Gesetz mit einem klaren Finanzierungsmodell vor.

Ein Lehrer an einem Gymnasium, der anonym bleiben will, musste in diesem Jahr 150 Geraete aufstellen.

Nach eigenen Angaben benoetigt er dafuer etwa eine halbe Stunde – ausserdem muss er Schueler und Kollegen mit den Geraeten vertraut machen.

Er findet klare Worte für das Bildungsministerium: “Mit dieser Dynamik bei den Geräten sind wir allein gelassen.

“Die Arbeit als Netzwerkberater kann nicht mehr von einem Lehrer erledigt werden, sagt der 40-jährige Mathematik- und Physiklehrer.

“Sie müssen IT-Berater finden, die bereit sind, sich auf das System einzulassen.

Aber ich merke nicht, dass es Fortschritte gibt”, sagt der Lehrer.

Wegen der sekundären Aufgabe hat er kaum Zeit, den Unterricht vorzubereiten und Materialien zu aktualisieren: “Natürlich leidet der Unterricht in meinen eigenen Fächern.

Mit einer zusätzlichen Vereinbarung will das Bildungsministerium Schulen beim digitalen Wandel helfen.

Bund und Land wollen die Schulbehörden in Baden-Württemberg in naher Zukunft mit 65 Millionen Euro unterstützen.

Das Geld soll für die IT-Administration in den Schulen verwendet werden.

©

Bitte teilen Sie diesen Beitrag auf Facebook mit! Teilen ist liebevoll….

Share.

Leave A Reply