Es ist vorbei für Verbrennungsautos in Großbritannien: Autoexperte sieht Hersteller unter Druck.

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Möglicher Domino-Effekt
No-Deal-Brexit wird zum Bremsbelag

Mit seinen Plänen für ein Verbrennungsverbot setzt der britische Premierminister Boris Johnson die Industrie in Großbritannien unter Druck, so der Autoexperte Stefan Bratzel.

Es sei “ein starkes Signal” für die britischen Autohersteller, ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Elektromobilität zu verstärken, sagte Bratzel.

Viele Hersteller stellen die Produktion auf Elektroautos um, aber Verbrennungsmotoren spielen immer noch die erste Geige.

Das soll sich in Großbritannien bald ändern.

Johnson will den Verkauf von Diesel- und Benzinautos ab 2030 verbieten.

Das würde bedeuten, dass ein großer Markt auf Elektromobilität umsteigt – “und das ist ein Signal an den Kontinent und an die Hersteller”, sagte Bratzel.

“Wenn ein so großer Markt relativ schnell eine Wende einläutet, könnte das einen Dominoeffekt auslösen.

“Bislang sind die dortigen Autohersteller für das Thema Elektromobilität noch nicht so bekannt.

“Die Ausnahme ist Nissan, wo die Japaner in Großbritannien zahlreiche Fahrzeuge für den EU-Markt produzieren.

Zumal die Industrie in Großbritannien unter noch größerem Druck steht, weil sie den Umstieg auf Elektromobilität nun unter Brexitbedingungen bewerkstelligen muss.

“Das No-Deal-Brexit schafft mehr Probleme als es löst.

“Premier Johnson hatte “auch für die britische Autoindustrie eher einen Pyrrhussieg”, sagte Bratzel.

Es wäre verständlich, wenn z.B. japanische Hersteller, die große Werke in Großbritannien haben, eine Verlagerung der Produktion in die EU in Erwägung ziehen würden.

Darüber hinaus würde ein möglicher No-Deal Brexit, d.h. ein EU-Rückzug Großbritanniens ohne Handelsabkommen, die britische Industrie bedrohen.

Dies würde den Handel ebenso schwierig machen wie den Austausch und Einsatz von Personal, und der Zeitaufwand würde sich erhöhen.

“Die Kosten steigen”, sagte der Experte.

“Das sind keine wirklich guten Voraussetzungen für die Entwicklung einer britischen Autoindustrie.

Angesichts der Ankündigung muessten die deutschen Hersteller aber keine Angst vor der britischen Konkurrenz haben, sagte der Professor fuer Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

“Das sehe ich im Moment überhaupt nicht.

“Auch die deutsche Automobilindustrie hat den Wandel zur Elektromobilität eingeleitet und “holt auf”.

Es gebe keine echte britische Automobilindustrie und keine größere Kompetenz als hierzulande.

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