Erster Ausstieg Toyota Mirai II: Wasserstoff statt Strom…

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Im Grunde scheint die Idee einfach verlockend: ein Elektroauto, so schnell mit Energie wie ein Verbrennungsmotor.

Doch wie so oft im Leben ist ein Umstand, der zu schön klingt, um wahr zu sein, meist nicht wahr.

Dennoch halten einige wenige mutig an der Idee einer wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle in einem Personenwagen fest.

Dazu gehört die Marke Toyota, die ab Anfang 2021 den zweiten Mirai verkaufen will.

Teuer
Höhere Leistungsdichte

Toyota hat sich mit der zweiten Generation Mirai ehrgeizige Ziele gesetzt.

Sie erzeugt auch Strom aus H2 in einer Brennstoffzelle.

Ist das die Zukunft?

Die gesteckten Ziele klingen ehrgeizig: Toyota sagt, dass zehnmal mehr Mirai verkauft werden soll.

Das klingt viel, aber eine Steigerung in dieser Größenordnung, die bei “fast nichts” beginnt, bedeutet nicht, dass der nächste Publikumsmagnet zu erwarten ist.

Zumindest formell stellen die Japaner diesmal keine großen Hürden auf: Das Design scheint uns mehrheitsfähig zu sein, und auch der Innenraum wirkt ansprechend komponiert.

Verarbeitung und Funktionalität sind, typisch Toyota, tadellos.

Wenn Sie wirklich kritisieren wollen: Die Vorderkante des Glasdachs beginnt selbst bei großen Fahrern oberhalb des Hinterkopfes.

Und das ist nur die Kostenseite.

Die Herstellung von Wasserstoff ist energieintensiv.

Betrachtet man die gesamte Kette, hat die Brennstoffzelle in Sachen Effizienz keine Chance gegen ein Batterie-Elektroauto.

Es gibt immer noch den Vorteil der schnellen Betankung, aber das relativiert sich, wenn jemand Wasserstoff direkt vor der Nase abgeholt hat.

Denn dann muss erst wieder Druck aufgebaut werden, bevor das Tanken wieder möglich ist.

Bei der heutigen Dichte von Wasserstofffahrzeugen ist das kein Problem, auch angesichts der Tatsache, dass die Infrastruktur praktisch nicht vorhanden ist.

Aber mit einer rasant steigenden Zahl von H2-Fahrzeugen würden die Konflikte erst beginnen, denn eine Wasserstofftankstelle ist extrem teuer.

Würde Wasserstoff aber wie Elektrizität besteuert, wäre das E-Auto – was die Kosten betrifft – über alle Berge, bevor die Brennstoffzelle auch nur zwei Meter zurückgelegt hat.

Der Mirai ist natürlich vor allem wegen seines Antriebssystems spannend.

Das Auto wird mit Wasserstoff angetrieben, der von einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird.

Es können 5,6 kg Wasserstoff gespeichert werden, die maximale Reichweite beträgt laut Toyota 650 km.

In der Praxis sind Verbrauchswerte von etwa einem Kilogramm pro 100 km wahrscheinlicher.

Ein Kilogramm Wasserstoff kostet derzeit 9,50 Euro – ein subventionierter Preis, da er von zahlreichen Steuern befreit ist.

Um dies zu relativieren: Obwohl wir bei den Strompreisen in Deutschland europaweit führend sind, müsste ein E-Auto mehr als 31 kWh/100 km verbrauchen, um diesen Wert von 0,3 Euro pro Kilowattstunde zu erreichen.

In der zweiten Generation des Mirai hat Toyota einige Verbesserungen vorgenommen.

Mit 330 hat der Brennstoffzellenstapel jetzt 40 Zellen weniger als vorher, aber die Leistungsdichte stieg auf 5,4 kWh/l.

Der Elektromotor hat eine Leistung von 128 kW.

Toyota spricht von einem Effizienzgewinn von 10 Prozent für den gesamten Antriebsstrang.

Das Kaltstartverhalten sollte kein Problem mehr darstellen.

“Das funktioniert jetzt bis zu einer Temperatur von minus 30 Grad Celsius”, versichert Chefentwickler Yoshikazu Tanaka.

Statt der bisherigen Nickel-Metallhydrid-Batterie verwendet Toyota einen Lithium-Ionen-Akku mit 84 Zellen.

Seine Nennspannung wurde von 245 auf 311 Volt erhöht, die Kapazität von 6,5 auf 4 Amperestunden reduziert.

Das Gewicht der Batterie sank von 46,9 auf 44,6 kg.

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