Ein Rückblick auf Flash…

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Kulturerbe
Reflektierende Oberflächen wurden viral
Kreative Möglichkeiten
Proprietäre und fehleranfällige
HTML 5.

0 statt Flash

Blitzlicht? Auch wenn junge Leute der Generation Z vielleicht noch nie davon gehört haben, werden sich Web-Veteranen an eine aufregende Zeit erinnern.

“Wenn Sie im Web surfen und auf Seiten stoßen, die seitengroße Animationen oder Schaltflächen enthalten, die beim Anklicken spektakuläre Funktionen ausführen, werden Sie wahrscheinlich die Magie von Flash in Aktion erleben”, schwärmten die Autoren des 2001 erschienenen Buches “Flash für Dummies” im Vorwort.

Bis 2021 wird Flash aus den meisten Browsern verschwinden.

Zeit für einen Rückblick auf eine Technologie, die über viele Jahre hinweg das Potenzial des Web erheblich erweitert hat.

Danach wird es nicht mehr möglich sein, die wenigen verbliebenen Seiten, die noch mit Flash gestaltet sind, einfach nur anzuschauen.

Und damit einen einfachen Zugang zu einigen der einfallsreichsten und ungewöhnlichsten Websites aller Zeiten.

Schon jetzt ist ein Flash-basierter Netzwerk-Klassiker wie die 24-Stunden-Version von Pharrell Williams’ Hit “Happy” ebenso aus dem Internet verschwunden wie das “Museum of Me”.

Dort konnte sich jeder Facebook-Nutzer die Bilder aus seinem Profil in ein dreidimensionales Ausstellungsgebäude übertragen lassen, das wie eine Bildergalerie (Video) durchstöbert werden konnte.

Bald aber werden die meisten Browser auf diese Magie verzichten müssen.

Der Google-Browser Chrome wird Flash zum 31. Mal ersetzen.

Flash zum 31. Dezember.

Microsoft denkt dasselbe für Edge.

Mozilla will die Flash-Unterstützung in Firefox mit Release 84 beenden, das für Dezember 2020 geplant ist.

Und selbst der Flash-Hersteller Adobe hat seine eigene Technologie eingestellt.

Zum 31.

Dezember 2020 wird es keine Updates und keine Patches mehr geben.

“Heute sind die Kunden nicht mehr so experimentierfreudig”, sagt Marcus Bussejahn, dessen Website DerBauer eines der Paradebeispiele für die neuen Möglichkeiten war, die Flash seinen Nutzern um das Jahr 2000 bot.

Der hannoversche Programmierer entdeckte die neue Webtechnologie 1998 auf der Website kimble.

org, die von einem gewissen Kim Schmitz, heute bekannt als Kim Dotcom, betrieben wurde.

Beide wurden mit Flash gestaltet.

Selbst die Arbeiten renommierter Webdesigner wie Joshua Davies oder Yugo Nakamura oder innovativer Internetagenturen wie thevoid oder Tomato drohten dann endgültig in Vergessenheit zu geraten.

Auch wenn die Werke nicht mehr existieren, so enthalten die Homepages zumindest noch Screenshots, die einen Eindruck vermitteln können – und damit auch die Erinnerung an eine Art von Webdesign, das nicht primär durch das Primat der Benutzerfreundlichkeit und des modularen Aufbaus geprägt war.

Statt großer Bild- oder gar Videodateien konnten mit dem Programm multimediale Inhalte minimiert werden, so dass sie in dem damals langsamen Netz übertragen werden konnten.

Die erste Website, die vollständig in Flash realisiert wurde, war Gabocorp des 17-jährigen Studenten Gabo Mendoza; im selben Jahr waren “The George Liquor Program” und eine Web-Episode der Simpsons die ersten Internet-Animationen, die mit Flash erstellt wurden.

Bussejahn, der sich als Student das Programmieren an Computern wie dem Sinclair ZX81 und dem Commodore 64 selbst beibrachte, war fasziniert von der Art und Weise, wie bewegte Bilder, Töne und Musik zusammenspielten.

Eigentlich war Flash von Macromedia als Grafikprogramm entwickelt worden, aber im Juni 1997 hatte Macromind mit der Arbeit an Flash 2 begonnen.

0 hatte Macromind eine Version des Programms herausgebracht, die für das Web zugeschnitten war.

Besonders herausragende Websites verbreiteten sich als frühe virale Inhalte blitzschnell im Web.

Bussejahn gehörte zu einer Gruppe von internationalen Flash-Designern, die mit Designpreisen ausgezeichnet wurden und deren Arbeit in Bildbänden gezeigt wurde.

Der technoide Stil, den seine Firma pflegte, war nur eine Gestaltungsmöglichkeit.

Flash war so flexibel, dass es verschiedenste Darstellungsformen zuließ: zarte Kompositionen in gedämpften Farben wie “Rainfall” von Irene Chan waren ebenso möglich wie die vom Betrachter manipulierbaren Skelettkonstruktionen von Joshua Davis’ “Praystation”.

“Damals gab es in Deutschland kaum Menschen, die Flash beherrschten”, erinnert sich Bussejahn heute.

Bald hatte er Kunden Schlange stehen – die Liste seiner Kunden reicht von Firmen wie Bosch und Bertelsmann über das Städtische Krankenhaus Pirmasens bis hin zu einem DJ Volcano.

Um den Job zu erledigen, schloss sich Bussejahn mit Freunden zusammen und gründete das Webdesign-Unternehmen DerBauer AVM.

“Unsere Kunden waren coole Leute, die offen für Neues waren”, erinnert er sich heute.

“Der Inhalt war zweitrangig, die Seiten mussten ungewöhnlich aussehen”, erinnert er sich heute.

Bussejahn machte sich mit dem Programm vertraut und gab auf seiner Website in einem von H. Bussejahn geschaffenen visuellen Stil Kostproben seiner Fähigkeiten.

R.

Giger und Science-Fiction-Filmen wie T.

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