Digital-Gesetze der EU: Facebook zieht gegen Apple zu Felde

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Es sei zu hoffen, dass die EU Apple Grenzen setze, kommentierte ein Unternehmenssprecher bei Facebook die Pläne. Obwohl er die Monopolstellung des iPhone-Herstellers betonte, liegt der wahre Grund woanders.

In einem Statement beschwerte sich der Social-Media-Riese über die Marktmacht des Technologieriesen aus Cupertino. Apple kontrolliere ein ganzes Ökosystem, vom Gerät über den App-Store bis hin zu den Apps. Es heißt weiter: “[…] und nutzt diese Macht, um Entwicklern und Verbrauchern zu schaden, ebenso wie großen Plattformen wie Facebook.” Facebook war eigentlich zu den aktuellen digitalen Gesetzesentwürfen der EU befragt worden.Gleich am Tag der beiden Richtlinienvorschläge erschien ein weiteres Regelwerk, das Facebook Kopfzerbrechen bereiten dürfte: Apples Privacy Label.

Künftig will der App-Store-Betreiber von den Entwicklerstudios detaillierte Informationen darüber verlangen, welche Nutzerdaten die jeweiligen Apps und Dienste wie nutzen. Aus den Labels soll zum einen klar hervorgehen, welche Informationen die App sammelt, und zum anderen, ob und wie diese mit anderen Diensten verknüpft werden (Tracking).

Außerdem verlangt Apple Informationen darüber, was Dritte mit den Daten machen. Weil Apps ohne Datenschutzlabel vom Entwickler nicht mehr aktualisiert werden können, ist der Druck, die Informationen preiszugeben, hoch. Facebook ist dafür bekannt, große Mengen an Daten zu sammeln, zu analysieren und weiterzugeben.

Zuletzt hatte sich Facebook darüber beschwert, dass Apple mit iOS 14 eine Funktion integrieren will, die das Tracking von Apps transparent macht. Facebook und Google hatten sich gegen die Funktion ausgesprochen und kritisiert, dass sie das Werbegeschäft der Unternehmen erschweren würde. Aus Cupertino hieß es, dass das Unternehmen nicht von seinen Plänen zur App-Tracking-Transparenz abrücken werde.

Apple habe das iPhone im Würgegriff und verlange Monopolpreise, sagte Mark Zuckerberg kürzlich in einem anderen Zusammenhang. Facebook beruft sich nun erneut auf diese Argumentation gegenüber der EU.

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