Die FDP will die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland umstrukturieren.

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Die FDP will die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland umstrukturieren.

Klingt nach einem überfälligen Konzept, das aber dem Populismus dienen könnte: Die FDP will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland neu strukturieren. Das derzeitige System sei zu groß und teuer und stehe zunehmend in direkter Konkurrenz zu privaten Unternehmen, was nicht sein sollte. Kritik an den Plänen gibt es jedoch bereits aus den eigenen Reihen und von außen.

Teile der FDP wollen laut Westdeutscher Zeitung, dass das Programm der öffentlich-rechtlichen Sender auf Information und Kultur beschränkt wird. Dies würde einen Personalabbau sowie eine geringere Rundfunkgebühr nach sich ziehen. Ich persönlich kann diese Forderungen nachvollziehen, denn es besteht keine Notwendigkeit, mit dem Rundfunkbeitrag die x-te Seifenoper am Nachmittag oder den hundertsten Regionalkrimi am Abend zu finanzieren. Auch das kann man dem Privatfernsehen überlassen.

Die FDP will einen “schlankeren öffentlich-rechtlichen Rundfunk (RR), der sich weitgehend auf Nachrichten, Kultur, politische Bildung und Dokumentationen konzentrieren soll”, heißt es in einer Änderung des Wahlprogramms. Die Verabschiedung war erfolgreich, allerdings nur knapp mit 185 zu 179 Stimmen. So sprach sich beispielsweise FDP-Generalsekretär Volker Wissing dagegen aus. Auch der Deutsche Journalisten-Verband äußerte seinen Unmut und behauptete, es stinke nach Populismus. Sie argumentierten, dass Rundfunkpolitik Ländersache sei und fragten, warum die FDP im Bundestagswahlkampf damit kokettiere.

Die FDP wiederum kritisierte das Internet-Angebot des RR. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk dürfe nicht in Konkurrenz zu privaten Presse- und Medienangeboten treten. Der FDP-Innenpolitiker Stephan Thomae plädierte dagegen für einen stärkeren RR, um Desinformationsangriffe zu bekämpfen. Kritiker werden sicherlich einwenden, dass der RR nicht immer ausgewogene und korrekte Informationen liefert, wie Frontal 21 in der Vergangenheit mit reißerischer Videospielberichterstattung bewiesen hat. Auch die damalige Berichterstattung über die Umstellung des Beitragsmodells war mit Ungenauigkeiten gespickt.

Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Ich bin ein starker Befürworter der RR in Deutschland, aber ich glaube auch, dass das bestehende System zu teuer und schwerfällig ist. Daher plädiere ich für eine Reduzierung von Information und Kultur sowie für eine Verschlankung der Verwaltung. Letztlich würden die Spender und langfristig auch die RR profitieren, da die Akzeptanz und Bedeutung wieder steigen würde.

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