Deutschland ist führend bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

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Viele Startups
Große regionale Unterschiede
Knieprothesen digitalisieren
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Die Bundesrepublik liegt auch weit vor Ländern wie der Schweiz, Frankreich und Großbritannien.

Dies ist das Ergebnis des Berichts “Healthcare Movers 2020”.

Für diese Mammutstudie hat die Schweizer Strategieberatung ConCeplus in Zusammenarbeit mit Healthcare Shapers, einem Netzwerk von Beratern im Gesundheitswesen, mehr als 2000 Unternehmen in Deutschland und 7800 weltweit untersucht.

“Fast ein Drittel der lokalen Akteure sind Healthcare Movers”, lobt Beatus Hofrichter, Geschäftsführer von ConCeplus und Autor der Studie.

Die Avantgarde unter diesen Unternehmen ist für die führende Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb verantwortlich.

Gute Nachrichten von der Digitalisierungsfront: Bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit im Gesundheitswesen liegt Deutschland auf dem zweiten Platz, knapp hinter den USA.

Nach der Definition der Autoren sind Healthcare Mover besonders innovative Unternehmen, die Daten entlang der Versorgungskette im Gesundheitswesen sammeln und nutzen, diese mit innovativen Technologien wie KI und Maschinelles Lernen aufbereiten und zusammen mit agilen Geschäftsmodellen neue Märkte effizienter erschließen.

Erfreulich ist, dass zu den Healthcare-Movern nicht nur die bekannten Pharma- und Medtech-Konzerne gehören, sondern auch viele junge Unternehmen wie Ada Health mit ihrer gleichnamigen Healthcare-App oder Innoplexus mit ihrer Suchmaschine für klinische Publikationen in der Onkologie.

Wo viel Licht ist, da ist auch ein wenig Schatten.

So sind deutsche Unternehmen stark in der Nutzung von Daten aus bildgebenden Großgeräten in klinischen Anwendungen, die von den Krankenkassen erstattet werden.

Nicht so gut sind sie jedoch bei der Nutzung so genannter öffentlicher oder mobiler Daten.

Dabei handelt es sich um Gesundheitsinformationen aus Smartwatches, Smartphones oder Fitness-Apps, die in der medizinischen Diagnostik bisher eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Viele Akteure im Gesundheitswesen haben ihren Sitz in Baden-Württemberg, gefolgt von Hessen und dem Ballungsraum München – wo die Pharma-, Bio- und Medtech-Industrie ohnehin stark ist.

Ansonsten gibt es viele weiße Flecken auf der Landkarte, aber es gibt immer wieder Start-ups, die sich in der Nähe einer Universität ansiedeln, wie zum Beispiel in Bielefeld, wo Semalytix seinen Sitz hat.

Der Bericht wird am 8. veröffentlicht.

Dezember in einer Online-Veranstaltung mit der Technology Review als exklusivem Medienpartner veröffentlicht.

Geplant sind Präsentationen von ausgewählten Akteuren des Gesundheitswesens, darunter Prof.

Martin Hirsch (Philipps-Universität Marburg/Ada Health), Gunjan Bhardwaj (Innoplexus), Michael Diebold (Midge Medical), Thomas Kleine (Pfizer Deutschland) und andere.

Die Teilnahme ist kostenfrei, den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Die Studie ist nicht nur eine Bestandsaufnahme des Digitalisierungsgrades im Gesundheitswesen, sondern enthält auch Empfehlungen, wo Wirtschaft, Politik und Verbände ansetzen müssen, um die sehr gute Ausgangslage in Deutschland nicht zu verlieren.

Günther Illert, Gründer des Healthcare Shapers Network, lobt die Politiker, die in der Regel die Sündenböcke sind: “Seit Jens Spahn Gesundheitsminister geworden ist, hat das Tempo der Digitalisierung zugenommen.

Beatus Hofrichter fordert eine bessere Konsistenz für solche öffentlichen Daten.

“Warum muss der Arzt bei meiner Einlieferung ins Spital alle Fragen noch einmal stellen, wenn ich sie bereits in der Ada-App beantwortet habe? Hofrichter sieht auch ungenutzte Möglichkeiten bei etablierten Unternehmen.

So kommen die besten künstlichen Kniegelenke oder Operationsinstrumente zwar aus dem schwäbischen Tuttlingen, aber sie sind völlig undigital.

Interessant wären zum Beispiel eingebaute Sensoren, die die Qualität der Implantation, den Heilungsprozess und den Langzeitverschleiß der Prothese dokumentieren und die Zahl der Nachoperationen reduzieren.

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