Chinas Flug zum Mond: “Ein echtes Traumziel” für Geologen.

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Landung bereits am Wochenende?
Wiederholung nach 50 Jahren
Noch Wissenslücken über den Mond

China hat bereits viele Reisen zum Mond unternommen.

Dennoch ist die diese Woche gestartete Chang’e 5 etwas ganz Besonderes.

Die Raumsonde, benannt nach der chinesischen Mondgöttin, soll nicht nur wie bei früheren Missionen einen Rover auf der Oberfläche absetzen, sondern auch mit Gesteinsproben zur Erde zurückkehren.

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren ist China auf dem Weg zum Mond.

Die grösste Herausforderung besteht diesmal darin, mit Gesteinsproben zurückzukehren.

Der zweite Teil der Mission ist für die chinesischen Forscher eine grössere Herausforderung als die Landung einer Sonde auf dem Mond, wie es bereits geschehen ist.

Im Erfolgsfall wäre es das erste Mal seit 44 Jahren, dass Gesteinsproben zur Erde zurückgebracht würden.

Nach den USA und der Sowjetunion in den 1960er- und 1970er-Jahren wäre China erst die dritte Weltraumnation, der ein solches Projekt gelingen würde.

Obwohl die Raumfahrtbehörde der Volksrepublik nach dem erfolgreichen Start am Dienstag noch kein offizielles Datum für die Landung auf dem Mond bekannt gegeben hat, wird erwartet, dass es in naher Zukunft möglich sein wird, auf dem Mond zu landen.

US-Experten gehen aber davon aus, dass die Zeit bereits an diesem Sonntag kommen wird.

Auch Planetengeologen wie Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) würden sich über den erfolgreichen Ausgang der Mission freuen.

Während die Erde extrem dynamisch ist und sich sowohl in ihrem Inneren als auch an der Oberfläche verändert, ist der viel kleinere Mond, auf dem es weder Plattentektonik noch eine störende Atmosphäre gibt, seit rund drei Milliarden Jahren kaum aktiv, erklärt Köhler einen geologischen Unterschied des Erdtrabanten.

Der wirkliche Knackpunkt, glaubt Ferri, ist die Rückkehr.

Der mit Steinen beladene Lander soll an den Orbiter andocken, der den Mond umkreist: “Das Rendezvous im Orbit wird eine neue Herausforderung sein, und wenn er auf der Erde landet, müssen die Berechnungen sehr genau sein.

“Das ganze Verfahren ähnelt dem ersten bemannten Raumflug zum Mond von Apollo 11 vor mehr als 50 Jahren.

Heute ist die Technologie jedoch viel weiter fortgeschritten.

“Die Landung auf einem anderen Himmelskörper ist immer kompliziert”, sagt Paolo Ferri, der ehemalige Leiter des Missionsbetriebs der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt.

Den Chinesen ist es aber schon zweimal gelungen, eine Sonde auf dem Mond zu landen.

Nach Angaben der US-Experten wird die Raumsonde am Sonntag in einer nach dem deutschen Astronomen Karl Rümker (1788-1862) benannten Vulkanregion landen, die im “Ozean der Stürme” – im oberen linken Teil der erdzugewandten Seite des Mondes – liegt.

Der von den Chinesen gewählte Landeplatz sei aus geologischer Sicht “ein echtes Traumziel”, sagt Köhler.

Dank der früheren Missionen der Amerikaner und Sowjets befinden sich laut Köhler bereits rund 382 Kilogramm Probenmaterial vom Mond in Labors auf der Erde, die einen “enormen Erkenntnisgewinn” ermöglicht hätten.

Es gebe aber noch Lücken, die nun durch die Mission der Chinesen geschlossen werden könnten, die etwa zwei Kilogramm Steine zurückbringen wollen.

Der Mond, erklärt Köhler, entstand, als unsere “Protoerde” vor etwa 4,4 Milliarden Jahren mit einem marsgroßen Körper zusammenstieß.

Gesteinsproben vom Mond sind deshalb auch wie ein “Fenster in die Frühzeit des Sonnensystems”.

Bereits im Sommer starteten die Chinesen ihren ersten Rover in Richtung Mars.

“Vieles von dem, was man auf dem Mond macht, kann auch auf dem Mars verwendet werden”, sagt Ferri.

Die Chinesen hatten “eine sehr komplizierte Mission gewählt, um Proben vom Mond zur Erde zu bringen”, sagt Ferri: “Sie hätten es viel einfacher machen können.

“Man geht davon aus, dass die gesamte Technologie, die eines Tages für eine bemannte Landung auf dem Mond benötigt wird, getestet wird – und wahrscheinlich darüber hinaus.

Der ESA-Weltraumexperte Ferri sieht den Start der zweiten chinesischen Mission zum Mond innerhalb von zwei Jahren jedoch nicht nur als geologische Mission, sondern auch als wichtigen Technologietest für bemannte Flüge zum Erdtrabanten.

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