Arbeiten in Zeiten des Coronavirus – eine FAQ.

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Die Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus erreicht nun auch deutsche Arbeitsplätze.

So hat die Unternehmensberatung Ernst & Young am Freitag 1500 Mitarbeiter an den Standorten Düsseldorf und Essen gebeten, von zu Hause aus zu arbeiten, weil bei einem Mitarbeiter eine Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) festgestellt wurde.

Nach einer gründlichen Reinigung der Büros konnten die Mitarbeiter in ihre Büros zurückkehren.

Was sind die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern?

Dienstreisen werden abgesagt, die Kontaktpersonen sollten zu Hause bleiben.

Unternehmen mit Heimarbeitsplätzen können nun von dieser Flexibilität profitieren.

Hier hängt es sehr stark von den Arbeitsumständen ab.

Ein Büroarbeitsplatz mit ausreichend belüfteten Einzelbüros hat ein anderes Infektionsrisiko als eine medizinische Einrichtung, in der Mitarbeiter häufig mit kranken Menschen in Kontakt kommen.

Prinzipiell erscheint es ratsam, persönliche Kontakte durch Technik zu ersetzen.

Mehrere Konzerne wie BMW oder ProSiebenSat1 haben ihre aktuellen Pressekonferenzen kurzfristig auf das Internet verlagert.

Wie sollte ein Arbeitgeber Vorkehrungen treffen?

Arbeitnehmer, die nicht erkrankt sind und sich nicht in Quarantäne befinden, haben in der aktuellen Situation keinen Rechtsanspruch darauf, dem Arbeitsplatz fernzubleiben, es sei denn, es gibt einen triftigen Grund wie z.B. eine bestätigte Infektion.

Gleichzeitig hat der Arbeitgeber aber auch eine Präventionspflicht für die Arbeitnehmer.

Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass das Risiko von Verletzungen und Krankheiten am Arbeitsplatz gering ist.

Können Arbeitnehmer zu Hause bleiben, um Infektionen zu vermeiden?

“Unternehmen sollten sowohl im Eingangsbereich als auch an den Waschbecken Desinfektionsmittelspender installieren”, rät Adél Holdampf-Wendel, Leiter Arbeitsrecht und Labor 4.

0 bei der Berufsgenossenschaft Bitkom.

Aufenthaltsräume, Griffe und Schalter sollten regelmäßig desinfiziert werden.

Die Beschäftigten sollten ermutigt werden, ihre Hände regelmäßig zu desinfizieren.

“Das gilt auch für Smartphones und Computertastaturen”, ergänzt Holdampf-Wendel.

Auch im privaten Bereich sollten die Beschäftigten dazu angehalten werden, ihr Infektionsrisiko zu minimieren”, so Holdampf-Wendel.

Wer die Wahl hat, sollte besser mit dem Fahrrad als mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Büro fahren.

Wie sieht es mit Geschäftsreisen aus?

Nach Angaben des Bitkom haben inzwischen vier von zehn deutschen Unternehmen Regelungen für die Arbeit im Home-Office.

Ob dies aber ausreicht, um Ausfälle im Notfall auszugleichen, muss sich in der Praxis erweisen.

Auch für IT-Unternehmen ist dies eine Herausforderung.

Google will seinen Hauptsitz in Dublin für einen Tag schließen, nachdem ein Mitarbeiter dort Grippesymptome zeigte.

Das Unternehmen will dies auch als Testlauf nutzen, um zu sehen, wie gut seine Home-Office-Prozesse im großen Maßstab funktionieren.

Auch das ist keine einfache Sache – und oft nicht praktikabel.

IT-Unternehmen wie Microsoft, die seit Jahren Home-Office-Regelungen eingeführt haben, haben Vorteile.

“Es steht jedem frei, von zu Hause aus zu arbeiten – aber die Büros bleiben offen”, erklärt Firmensprecher Thomas Mickeleit im Interview mit heise online.

Da das Unternehmen selbst Tools für das Remote-Arbeiten anbietet, ist geplant, Besprechungen hier auch per Online-Konferenz abzuhalten.

Laut Mickeleit machen derzeit deutlich mehr Mitarbeiter von der Heimarbeitsregelung Gebrauch – genaue Zahlen gibt es aber nicht.

Können Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern verlangen, dass sie ein Home-Office haben?

Generell haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Recht darauf, dass ihnen ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird.

Wenn ihr Büro geschlossen wird, können Arbeitnehmer nicht einfach weiterarbeiten.

Es lohnt sich jedoch, einen Blick in die Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen zu werfen: Sind dort Home-Office-Regelungen vorgesehen, kann sich auch der Arbeitgeber darauf berufen.

Wichtig ist auch zu wissen, ob der Gehaltsanspruch nach § 616 BGB eingeschränkt oder ausgeschlossen ist.

Muss ich arbeiten, wenn das Unternehmen geschlossen wird?

Wenn Sie von einer Geschäftsreise zurückkehren und keine Symptome aufweisen, kann es zu Problemen beim Wiedereintritt in den deutschen Geschäftsbetrieb kommen: Volkswagen zum Beispiel empfiehlt vorsorglich, zunächst für 14 Tage nach der Ankunft im Home-Office zu arbeiten.

Auch hier können sich Mitarbeiter nicht einseitig weigern, eine Dienstreise aus Angst vor Arbeitsplatzverlust zu verweigern, wenn kein objektiver Grund vorliegt.

Ein solcher Grund ist z.B. gegeben, wenn eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt.

In diesem Fall können die Mitarbeiter die Reise in die betreffenden Gebiete verweigern.

Viele Arbeitgeber minimieren jedoch ohnehin die Reisetätigkeit.

So werden viele digitale Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern ohnehin abgesagt: Vom Mobile World Congress über den Cyber Security Tech Summit bis hin zur Wikimedia-Konferenz in Berlin, viele Branchen.

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