Schiedsrichterkolumne für den 9. Spieltag – Fumble durch Neuer oder Foul durch Coulibaly?

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Deshalb überraschte der kuriose Treffer des 34-Jährigen im Münchner Spiel gegen den VfB Stuttgart nach 39 Minuten.

Genau das ist passiert: Nach einem Rückpass von Jerome Boateng ließ Neuer den eilenden Tanguy Coulibaly gekonnt aussteigen, bevor er plötzlich stolperte.

Ohne Not, wie es schien.

Der Rekordmeister gewinnt in der Regel ohnehin, was nicht zuletzt an der herausragenden Einzelklasse seiner Spieler liegt.

Natürlich vorne im Angriff, aber vor allem im hinteren Teil des Netzes, wo Manuel Neuer in der Form seines Lebens ist, wie viele denken.

Immer wieder hält er Bälle, die für die überwiegende Mehrheit der Torhüter wohl unerreichbar wären.

Souveränität und Leichtigkeit gehören für den Dreifach-Sieger FC Bayern München, der seit einiger Zeit etwas schwächelt, derzeit der Vergangenheit an.

Er lädt seine Gegner zu Torchancen ein, die Anzahl der geschossenen Tore ist für den Bayern hoch, und die Abwehr ist manchmal wackelig.

Er fällt auf die Knie, macht eine kurze Pause und schaut Schiedsrichter Harm Osmers an, der offenbar in Erwartung eines Anpfiffs nicht reagiert.

Als ein anderer Stuttgarter hinzukam und den Torhüter unter Druck setzte, gelang der Ball irgendwie von diesem zu Philipp Förster, der sich von der Strafraumkante wegzog und einen Treffer erzielte.

Was Coulibaly anstrebte und Neuer entsetzte
Matarazzo: “Sie können pfeifen, aber Sie müssen nicht pfeifen”.
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Das 2:1 für den aufgehenden Stern also? Ist auch der sonst fast übermenschliche Manuel Neuer gescheitert? Der Torwart selbst blickte entsetzt auf den Unparteiischen, sichtlich erstaunt über das Erkennen des Tores.

Der Torhüter machte eine kurze Geste zu ihm: Warten Sie, der Videoassistent überprüft den Schauplatz.

Coulibaly hatte den Torhüter kurz am Arm gehalten, nachdem der Ball an ihm vorbeigeflogen war und sich in Bewegung gesetzt hatte.

Nicht im Kampf um den Ball, der für ihn unerreichbar war, sondern einzig und allein, um Neuankömmlinge zu behindern, vielleicht in der Hoffnung, dass die unparteiische Person den Ball passieren lassen würde.

Als die Wiederholung der Szene im Fernsehen gezeigt wurde und Harm Osmers schließlich auf Empfehlung des VAR auf den Monitor am Spielfeldrand lief, war klar, dass Manuel Neuer zumindest nicht ohne äußere Einmischung vom Anstoß weggekommen war.

Diese Hoffnung wurde schließlich zerstört, womit der Stuttgarter Trainer Pellegrino Matarazzo nicht so recht einverstanden war.

Er sagte dem Radiosender “Sky”: “Das kannst du pfeifen, aber du musst es nicht tun.

Neuer sei bereits am Fallen, argumentierte der Trainer, “und man kann auf den Bildern nicht erkennen, mit wie viel Kraft Tanguy [Coulibaly] zog”.

Jedenfalls könne man “nicht genau erkennen, dass Neuer die Schulter herausgerissen wird”.

Dies berührte die Frage nach dem Grund für das Eingreifen der VAR: Sah Osmers Coulibaly’s Festhalten, bewertete es aber als unbestrafbar? Oder hat er sie gar nicht bemerkt, weil sie hinter Neuer’s Rücken stattfand und deshalb für ihn nicht sichtbar war?

Aus diesem Grund bezweifelte auch Matarazzo, dass das Eingreifen des Videoassistenten notwendig war: “Wenn man die Szene im Spiel nicht pfeift, kann man sie nicht zurücknehmen”, dachte er.

“Ich glaube nicht, dass es eine hundertprozentig falsche Entscheidung ist.

Im letzteren Fall gäbe es einen möglicherweise übersehenen schweren Zwischenfall im Sinne der Regeln, bei dem der Videoassistent davon ausgehen müsste, dass der Schiedsrichter die Pfeife angepfiffen hat, wenn sie deutlich wahrgenommen wurde.

Diese Schwelle wäre niedriger.

Im ersten Fall wäre die Interventionsschwelle für den VAR höher, weil er überzeugt sein müsste, dass die bewusste Entscheidung der unparteiischen Person, nicht zu pfeifen, klar und offensichtlich falsch war.

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