Alpiner Skilauf – Mikaela Shiffrin erlebt in Levi eine Achterbahnfahrt ihrer Gefühle.

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Drei Läuferinnen vor Schluss hatte sie die mögliche Bestzeit um 43 Hundertstelsekunden gegenüber der damals führenden Österreicherin Katharina Liensberger verpasst.

Am Ende wurde Shiffrin an diesem nebligen Tag nördlich des Polarkreises nur Fünfter hinter Doppelsiegerin Petra Vlhova, der Schweizerin Michelle Gisin, Liensberger und Gisins Landsfrau Wendy Holdener.

Mit einem zweiten Platz und Freudentränen in den Augen kehrte die alpine Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin im finnischen Levi auf das Podium zurück, und zehn Monate nach dem schockierenden Unfalltod ihres Vaters Jeff kehrte sie in ihr sportliches Leben zurück.

Doch am nächsten Tag, nach dem zweiten Slalom der Saison, verschwand Shiffrin nach ihrem Lauf schnell aus dem Zielbereich.

Die Rückkehr in den Weltcup-Zirkus war für Shiffrin schwierig.

Sie wusste nicht, wohin sie mit all ihren Gefühlen gehen sollte.

“Das war ein ganz besonderer Tag”, sagte Shiffrin nach dem Levi-Slalom am Samstag, an dem sie nach fast zehn Monaten Rennpause wegen des Unfalltodes ihres Vaters ein Comeback feierte.

“Es fühlte sich wie mein erster Sieg an.

Ergebnisse und Statistiken spielten für Shiffrin auf ihrer Reise zum finnischen Polarkreis jedoch eine vergleichsweise geringe Rolle.

Nach einer 300-tägigen Rennpause durch den Tod ihres Vaters im Februar, dem abrupten Saisonende bei der Corona-Pandemie und zuletzt einer Rückenverletzung war der Start in Levi vor allem ein emotionaler Erfolg für sie.

“Ich fühlte so viel Glück beim Skifahren”, berichtete Shiffrin am Samstag.

“Ich genieße diesen zweiten Platz mehr als je zuvor.

Natürlich kann ich schneller Ski fahren.

Aber ich hatte Spaß.

Die Fakten zeigen jedoch, dass derzeit der große Herausforderer Moldau eine Nasenlänge voraus ist: Im ersten Slalom lag Shiffrin 0,18 Sekunden hinter dem Slowaken.

Ihr zweiter Erfolg, ihr 16. insgesamt, war ein großer Erfolg.

Ihr zweiter Erfolg, ihr 16. Gesamterfolg im Weltcup, war im Vergleich zur sichtlich erschöpften Shiffrin mit einem Vorsprung von 0,93 Sekunden wesentlich komfortabler und ungewöhnlich deutlich.

Petra Vlhova liegt 93 Hundertstelsekunden hinter Mikaela Shiffrin
Keine SMS von ihrem Daddy
DSV-Fahrern fehlt die nötige Aggressivität

Shiffrin ist fünfmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin, mit 66 Siegen fehlt ihr nur noch einer von dem langjährigen Dominator Marcel Hirscher auf dem dritten Platz der ewigen Weltcup-Bestenliste.

Ihre Erfolge erzielte sie oft in beeindruckend kühler und souveräner Manier, auch weil ihre Mutter Eileen als Betreuerin auf der Bahn und ihr Vater Jeff als Organisator und Rastplatz zu Hause in den USA ihr den Rücken frei hielten.

In der Vergangenheit schickte Jeff seiner Tochter zwischen zwei Läufen oft Nachrichten auf ihr Handy – in Levi wartete Mikaela Shiffrin vergeblich auf eine SMS ihres Vaters.

Das war ein Moment, in dem Freude und Zufriedenheit durch schmerzhafte Erinnerungen verdrängt wurden.

“Eigentlich wollte ich gar nicht so emotional sein”, stammelte die dreimalige Weltcup-Gesamtsiegerin vor dem ARD-Mikrofon und legte sich leicht verlegen ihr Tuch über Mund und Nase.

Nach ihrem Podiumsplatz-Coup am Samstag zeigte Shiffrin am Sonntag ein verhalteneres Rennen, sie wirkte schwächer als am Tag zuvor, vielleicht etwas erschöpft vom emotionalen ersten Rennen.

Unterdessen unterstrich die langjährige Rivalin Vlhova ihren Anspruch, Shiffrin als beste Technikerin und Gesamtweltcupsiegerin im Weltcup abzulösen.

“Shiffrin hat immer noch unglaubliches Potenzial.

Sie hat bei weitem noch nicht gezeigt, was sie kann”, sagte TV-Experte Felix Neureuther.

In diesem Winter will die US-Amerikanerin lernen, mit dem Schicksalsschlag umzugehen und gleichzeitig schnell Ski zu fahren.

Natürlich sei sie “unglaublich wütend”, weil ihr Vater gestorben sei und “wie allein ich mich manchmal fühle”, sagte sie in diesen Tagen.

Aber gleichzeitig hofft sie auch: “Wenn man eine so schwere Tragödie überstanden hat, sind manche Dinge im Leben ein bisschen besser geregelt.

Auch die deutschen Starter waren weit von der Form entfernt, die sie sich in Levi erhofft hatten.

Nach Lena Dürr (17.

), Andrea Filser (23.

) und Marina Wallner (24.

) am Sonntag in die Punkteränge gefahren waren, kam nur noch Dürr (21.

).

Da aber an beiden Tagen die Top 15 – geschweige denn die erhofften Top Ten – verpasst wurden, zog Bundestrainer Jürgen Graller kein positives Fazit.

“Wir haben einfach zu wenig angegriffen”, sagte der Trainer.

(/hau)

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