Ich denke an meine Ex – ist das ein schlechtes Zeichen? Der Paartherapeut beantwortet Ihre Fragen.

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Dies sind die Themen, mit denen wir uns bisher beschäftigen (auch Sie haben die Möglichkeit, uns Ihre Frage am Ende des Artikels zu schicken):

Unsere Redaktion hat nach unserem kürzlich erschienenen Artikel “Veliebt, verlobt, verflixt” viele Rückmeldungen von Lesern erhalten: Manchmal ist es nicht die Liebe, die fehlt, sondern etwas ganz anderes”.

Die zahlreichen Fragen zeigen, wie wichtig – aber gleichzeitig auch schwierig – Kommunikation in Beziehungen ist.

“Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise am Herzen, bis er bricht”, lesen wir in William Shakespeare.

Eine Auswahl von Leserfragen wird hier von der Münchner Paartherapeutin Anette Frankenberger beantwortet.

Die ersten Lieben werden später oft zu Projektionsflächen, doch sie entziehen sich jeder Kontrolle.

Es ist ein bisschen so, als würde man sich in eine Berühmtheit verlieben: Ich kann das wunderbar idealisieren, aber es hat nichts mit der Realität zu tun, mit meinem Hier und Jetzt, und lässt sich nicht mehr überprüfen.

Allerdings sollten Ex-Partner nicht als Vergleichsobjekte benutzt werden, denn: Die Beziehung hat sich nicht entwickelt! Welche Gründe es auch immer dafür gab – es gab sie.

An einen Ex-Partner zu denken, ist in einem gewissen Rahmen völlig normal.

Jede Beziehung hat ihre Spuren hinterlassen, wir können sie als Teil unserer eigenen Geschichte sehen und in unserem Herzen tragen.

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Wenn es nicht möglich ist, loszulassen, in der gegenwärtigen Realität anzukommen, muss man sich die Frage stellen: Was ist das Problem? Was hindert mich daran? Macht mich etwas in meiner Beziehung unglücklich? Und dann daran zu arbeiten, mit dem Partner darüber zu sprechen.

Ein sehr schlechtes Zeichen ist es, wenn sich zwischen den Partnern bereits eine Art Verachtung füreinander eingestellt hat.

Der amerikanische Paartherapeut John Gottman nannte vier Faktoren, die sich so negativ auswirken, dass sie nach seinen Analysen mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Beziehung langfristig zerstören.

Er nennt sie die vier “apokalyptischen Reiter”.

Dies sind eigentliche Warnsignale, die das Ende einer Beziehung einläuten können.

Ich rate Ihnen zu überlegen, ob dies auf Sie zutrifft und in einem solchen Fall – insbesondere wenn Sie und Ihr Mann Kinder haben – eine Paartherapie durchzuführen.

Das ist eine sehr, sehr häufige Frage in Beziehungen: Wie viel Raum ist für die Arbeit vorgesehen? Was ist am Ende eigentlich wichtiger, Beruf oder Privatleben? Das Problem: Die weichen Fakten müssen oft weichen – d.h. alles, was eigentlich für die Beziehung und das Familienglück entscheidend wäre, wird auf später verschoben.

Arbeit ist für viele wie ein Kind, dem keine Grenzen gesetzt sind.

Und dieses Problem wird im Home-Office und durch die ständige Erreichbarkeit via Smartphone noch verschärft.

Wer lieber arbeitet, verliert die guten Verbindungen zu Hause, und das ist unvermeidlich.

Ich sage das oft genug zu Paaren in Therapie: “Wenn Sie so weitermachen wie bisher, werden Sie sich trennen.

“Wenn beide die gleiche Einstellung haben – die Arbeit hat Vorrang – ist es anders, aber das ist die grosse Ausnahme.

Was ich empfehle, sind klare Regeln, die gemeinsam vereinbart werden und die am besten auch eingehalten werden:

Sagen Sie Ihrem Mann, wie dringend das Thema ist.

Aber die Absprachen sind letztlich eine Tatsache.

In dem Moment, in dem Sie diese Frage stellen, wird sie bereits deutlich: Ja, es ist angenehm, in dieser Beziehung zu bleiben.

Und wie oft hören wir diesen Satz “Verlassen Sie Ihre Komfortzone” und denken, dass das, was sich bequem anfühlt, der Anfang vom Ende ist.

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