Fehlgeburten sind ein Tabuthema – das sind die Folgen für betroffene Frauen.

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Dass sie darüber spricht, ist wichtig für andere Frauen.

Denn viele Frauen erleiden Fehlgeburten – viel mehr als die meisten Menschen denken.

Aber nur wenige sprechen darüber.

Es ist ein Tabuthema, wie der Fall von Chrissy Teigen kürzlich gezeigt hat.

14 Mal wurde die Hoffnung von Rosanna Davison, Mutter zu werden, plötzlich zunichte gemacht.

“Niemals aufgeben”, ermutigte die Tochter der Sängerin Chris de Burgh vor einigen Tagen in den sozialen Medien, nachdem sie Zwillinge zur Welt gebracht hatte.

Für die 36-Jährige, die 14 Fehlgeburten hatte verkraften müssen, war dies ein “medizinisches Wunder”.

Der Aufschrei war groß, als sie ihre Fehlgeburt von ihrem Krankenhausbett aus publik machte und Fotos von sich und ihrem trauernden Ehemann, dem US-Sänger John Legend, zeigte.

Viele waren entsetzt über den angeblichen Tabubruch, andere beschuldigten sie der Selbstdarstellung.

Wieder andere feierten sie für ihre Offenheit.

Die Ursachen seien unterschiedlich: Die frühen Fälle hätten oft Missbildungen mit genetischen Ursachen oder Missbildungen der Gebärmutter gehabt.

Bei späteren Fehlgeburten können oft auch Störungen der Plazenta die Ursache sein.

Ebenso problematisch seien hoher Nikotinkonsum und frühere Operationen am Gebärmutterhals.

Zwischen 30 und 50 Prozent aller Schwangerschaften enden in den ersten Wochen – oft ohne dass die Mütter wissen, dass sie schwanger sind.

“Wenn das erste Quartal vorbei ist, verlieren nur etwa drei bis vier Prozent der noch schwangeren Frauen ihr Kind”, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Gynäkologen.

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Der medizinisch höherwertige Begriff für Fehlgeburten ist “Abtreibung”.

Es gibt frühe Abbrüche im ersten und späte Abbrüche im zweiten Trimester.

Der Begriff “Fehlgeburt” bezieht sich aber auch auf die Situation, in der eine Schwangerschaft mit Wehen und einem Geburtsvorgang endet, das Kind aber noch nicht ausserhalb der Gebärmutter leben kann.

Wenn das Kind mehr als 500 Gramm wiegt oder die 24. Schwangerschaftswoche erreicht hat, wird die Fehlgeburt als “Fehlgeburt” bezeichnet.

Wenn das Kind mehr als 500 Gramm wiegt oder die 24. Schwangerschaftswoche erreicht hat und damit lebensfähig war, spricht Albring von einer Totgeburt.

Eine Fehlgeburt ist also nicht ungewöhnlich, aber dennoch spricht man nicht darüber.

Aber warum? “Der Tod ist in unserer Gesellschaft generell ein Tabu”, sagt Daniela Nuber-Fischer, Familienberaterin und Trauerbegleiterin von so genannten Starmaltern aus München.

Ein Kind zu verlieren, das mehr oder weniger lange erwartet wurde, ist schmerzhaft.

“Viele Frauen, die eine Fehlgeburt hatten, begleiten diesen Verlust ihr Leben lang”, sagt Christian Albring.

“Wenn dies mehrfach passiert, berührt es ihr Selbstvertrauen immer mehr, denn mit jeder neuen Schwangerschaft ist die Angst, überhaupt kein Kind bekommen zu können, präsent.

“So fällt die Trauer mit der Angst vor dem Scheitern zusammen”, sagt Christian Albring.

“Wir wollen nichts damit zu tun haben, nach dem Motto: ‘Wenn wir nicht darüber reden, gibt es sie nicht.

‘” Dies gilt um so mehr für den Tod am Anfang des Lebens.

“Wir möchten lieber das Bild der Mutter sehen, die immer glücklich sein wird.

Chrissy Teigen, die im sechsten Monat eine Fehlgeburt erlitt, “hat definitiv einen Punkt erreicht, an dem das Thema ein wenig mehr aus dem Tabu herausgebracht wurde”, erklärt Nuber-Fischer.

Das müsse aber nicht für jedes Star-Elternpaar die richtige Strategie sein, sagt sie.

“Ich erlebe Paare, die aggressiv damit umgehen.

Und es gibt Paare, die es für sich behalten oder es nur mit wenigen Menschen teilen.

Jedes Paar muss selbst entscheiden, wann und wie es ein solches Schicksal öffentlich machen will.

“Und alle, die darüber urteilen, maßen sich an, ein Urteil zu fällen, das ihnen nicht zusteht”, betont Daniela Nuber-Fischer.

Körperlich verursacht eine Fehlgeburt in der Regel keine langen Probleme.

“Wenn etwa drei regelmäßige Menstruationen eingetreten sind, kann eine Schwangerschaft erneut versucht werden”, sagt die Gynäkologin Albring.

Je später der Fötus im Laufe der Schwangerschaft stirbt, desto belastender ist es für die Mutter.

“Zum Beispiel, wenn eine Mutter weiss, dass ihr Baby gestorben ist oder keine Lebenschance mehr hat und sie noch gebären muss.

Manche Frauen verlieren buchstäblich den Boden unter den Füßen.

Laut der Gynäkologin Albring ist es wichtig, dass die Mütter ihre Trauer nicht unterdrücken.

“Die meisten Frauen kehren nach einer Zeit der Trauer, die immer erlaubt ist, in ihren Alltag zurück”, sagt er und fügt hinzu: “Es kostet viel Kraft, wenn nach mehreren Fehlgeburten die Hoffnung, irgendwann ein Kind bekommen zu können, schwindet.

“Denn dann braucht es ein neues Lebensmodell.

“Es ist nicht selten, dass Frauen in dieser Phase psychotherapeutische Unterstützung brauchen.

Hinzu kommt die psychische Belastung.

In diesem Fall kann Hilfe geleistet werden, wenn bereits Kinder vorhanden sind, die Partnerschaft stabil ist und das Leben erfüllt ist.

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