Oh, du hässliches Ding! Das dekorative Grau in der Adventszeit…

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In der Adventszeit verfallen viele Menschen in einen regelrechten Konsumrausch.

Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, blüht der vorweihnachtliche Dekorationswahn nun auch noch mit wundersamen Blüten.

Oder viele weitere Lichterketten.

Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit der Besinnung, des Nachdenkens und immer öfter auch des schlechten Geschmacks.

Früher gab es mehr Lametta, heute hängen grinsende Rentiere in winzigen Strickpullovern an Weihnachtsbäumen.

Natürlich gibt es beneidenswerte Ausnahmen: Geräte-Evangelisten, die sich jedes Jahr ein opulentes Motto inklusive Farbkonzept ausdenken (wer Zeit hat), Traditionalisten mit ihren handgeschnitzten Kerzenbögen, Räuchermänner und erzgebirgische Weihnachtspyramiden und mundgeblasene Glaskugeln aus Lauscha (wer es sich leisten kann), Exzentriker zu Weihnachten, wo knallrosa Flamingos, lustige Lamas mit Hüten oder mexikanische “Dia de los Muertos”-Figuren in Adventskränzen sitzen (wer mag das schon), Puristen, die ihren Weihnachtsbaum mit selbstgefalteten Papierkranichen schmücken (wer kann).

Dann hängen sie über Ligusterhecken oder Drahtschlitten in blattverblasenen Vorgärten oder zeigen Stoff-Weihnachtsmänner, die auf Balkone klettern.

Ein schönes Geschenk.

Die meisten von ihnen können es offensichtlich nicht machen.

Stattdessen hängen grinsende Rentiere in winzigen Strickpullovern und geschmacklose Rattankugeln am Baum.

Diese “dekorative Peinlichkeit” ist jedoch kein Zufall: Wir Deutschen haben einen einfachen, robusten und funktionalen Stil kultiviert, mit wenig Sinn für verspielte Details, Ornamente und (Raum-)Accessoires.

Deshalb hat die liebevolle und geschmackvolle Dekoration hierzulande keine Tradition.

Lamas mit Hüten und handgeschnitzten Kerzenbögen
Verzicht auf jegliches Ornament

Form folgt Funktion: Dieses berühmte Gestaltungsprinzip wurde vom Bauhaus als “Verzicht auf alles Ornamentale” interpretiert und läutete vor 100 Jahren eine ästhetische Revolution ein.

Das gibt uns bis heute, ob bewusst oder unbewusst, einen guten Grund, auf unnötigen Schnickschnack zu verzichten.

Die (rhetorische) Frage ist nur: Warum nicht auch im Advent?

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