Chinas Wang trifft Suga in ersten hochrangigen Gesprächen mit dem japanischen Premierminister.

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Japan und China haben sich darauf geeinigt, im Handel und bei der Pandemie zusammenzuarbeiten, wobei der Territorialstreit ungelöst bleibt.

Der chinesische Außenminister Wang Yi trifft am Mittwoch mit dem japanischen Premierminister Yoshihide Suga zusammen, was den ersten hochrangigen Kontakt Pekings mit Japans neuem Führer markiert.

Wang traf am Dienstag mit seinem japanischen Amtskollegen Toshimitsu Motegi zusammen, wo man sich auf eine Zusammenarbeit im Handel und im Kampf gegen das Coronavirus einigte, aber seine Haltung zu territorialen Streitigkeiten, einschließlich der Senkaku-Inseln, die in China auch unter dem Namen Diaoyutai bekannt sind, beibehielt und die heikle Frage ungelöst ließ.

Dem Fernsehsender NHK News zufolge drängte Motegi China auch zu mehr Transparenz in seiner Politik in der fernöstlichen Region Xinjiang, wo nach Angaben der Vereinten Nationen etwa eine Million ethnische Uiguren in Umerziehungslagern festgehalten wurden, die nach Angaben Chinas Berufsbildungszentren sind.

Wang und Motegi sprachen nicht über den verspäteten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Tokio, berichteten japanische Medien.

Der zweitägige Besuch des chinesischen Außenministers erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über Pekings Durchsetzungsvermögen in der Region.

Während Japans Sicherheitsstrategie auf dem Bündnis mit den Vereinigten Staaten beruht, hat es auch wirtschaftliche Interessen durch den Handel mit China, seinem wichtigsten Handelspartner, verfolgt.

Nächster Halt: Seoul

Am Mittwochmorgen traf Japans oberster Kabinettssekretär Katsunobu Kato 30 Minuten lang mit Wang zusammen.

Kato sagte Wang, dass sich Japans Haltung zur Wertschätzung seiner Beziehungen zu China unter der Regierung Suga nicht geändert habe, die darauf abziele, “eine stabile japanisch-chinesische Beziehung aufzubauen”, sagte er bei einem regelmäßigen Briefing.

Er wiederholte jedoch seine Besorgnis über die anhaltenden Aktivitäten Chinas im Ostchinesischen Meer und äußerte sich besorgt über die politischen Entwicklungen in Hongkong.

Suga wurde im September Premierminister Japans und löste damit Shinzo Abe ab, der als hardliner gegenüber China angesehen wurde [Kyodo via Reuters].

Die beiden Länder sind in verschiedenen Fragen als Nachbarn engagiert, aber diese Angelegenheiten sollten mit gegenseitigem Respekt behandelt werden, sagte Wang gegenüber Reportern nach dem Treffen Kato, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete.

Wang wird später einen Höflichkeitsbesuch bei Japans Premierminister machen, der bisher versucht hat, Japans tiefe Wirtschaftsbeziehungen zu China mit Sicherheitsbedenken auszugleichen, einschließlich der Ansprüche Pekings bezüglich der umstrittenen Inseln, die von Japan kontrolliert werden.

Suga hat sich zwar von der harten Anti-China-Rhetorik der USA ferngehalten, ist aber ihrem Einfluss entgegengetreten, indem er die Beziehungen zu Australien vertieft und Vietnam und Indonesien für seine erste Überseereise ausgewählt hat.

Japans Regierung hat sich über Chinas “unerbittliches” Eindringen in die Gewässer um die von beiden Nationen beanspruchten Inseln beklagt.

Nach seinem Treffen mit Suga wird Wang nach Seoul fliegen, in der Erwartung, dass er die Reise nutzen könnte, um zu versuchen, Südkorea der strategischen Rivalität zwischen Washington und Peking näher zu bringen, die unter der Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden voraussichtlich anhalten wird.

Es wird erwartet, dass Wang am Donnerstag Gespräche mit dem südkoreanischen Außenminister Kang Kyung-wha führen wird, um unter anderem die Situation auf der koreanischen Halbinsel zu besprechen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet.

Auf der Tagesordnung ihrer Gespräche dürften auch die Bemühungen der Länder stehen, einen Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Südkorea zu arrangieren, sowie der Vorstoß Seouls, einen trilateralen Gipfel zwischen den Führern Südkoreas, Chinas und Japans auszurichten.

Wang besuchte Seoul zuletzt im Dezember 2019.

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