Meuthen hält AfD einen Vortrag auf offener Bühne.

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Er wettert gegen “pubertierende Schuljungen”, “politische Marionetten” und solche, “die sich nur allzu gerne tummeln und wälzen”.

Meuthen macht deutlich, dass er nicht länger von denen zur Verantwortung gezogen werden will, die ständig mit Provokationen und verbalen Entgleisungen auf sich aufmerksam machen.

So hört sich ein Standuke an: Mit massiver Kritik an Parteifreunden, die “immer hemmungsloser auftreten”, sorgt AfD-Chef Jörg Meuthen auf dem Bundesparteitag in Kalkar für Aufsehen.

Was treibt den Mann an, sich so mit der eigenen Partei auseinanderzusetzen und nicht auch vor dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, Halt zu machen? Denn er wird angesprochen, wenn Meuthen – eher rhetorisch – die Frage stellt: “Ist es wirklich klug, von einer “Corona-Diktatur” zu sprechen? Genau das hat Gauland getan.

Meuthen ist überzeugt, dass dies einer der Gründe ist, warum die AfD bei den Wählerbefragungen für die Bundestagswahl 2017 derzeit weit unter ihrem Ergebnis liegt.

Die Zeiten, in denen Wahlerfolge auf Wahlerfolge folgten, seien vorbei, warnt er.

Zudem seien alle bisherigen Erfolge “gefährdet wie nie zuvor”.

Meuthens Antwort: “Wegen solcher Vorfälle wählen uns die Menschenmassen, die bisher für uns gestimmt haben und die fast verzweifelt nach einer guten Alternative zu den alten Parteien suchen, nicht mehr.

“Wegen solcher Vorkommnisse wählen uns die Menschenmassen nicht mehr”
Applaus und Buhrufe für Meuthen
Es geht nicht nur um Stilfragen

Für seine Mahnung, das Erreichte nicht durch reaktionäre Positionen und grobe Sprache aufs Spiel zu setzen, erntet Meuthen am Ende viel Applaus, aber auch Buh-Rufe.

Auch der Ko-Vorsitzende Tino Chrupalla, der vor ihm spricht, sagt: “Wer ein Problem mit dem Grundgesetz hat, hat in unserer Partei nichts zu suchen.

Auch die Reaktion auf Meuthens Kritik an dem von ihm verwendeten Begriff “Korona-Diktatur” und auf die jüngsten Ereignisse im Bundestag, wo Gäste von AfD-Abgeordneten Politiker beleidigt und schikaniert hatten, ist eindeutig: Er brauche “keine Zensur von Jörg Meuthen” für die Art und Weise, wie er die Fraktion leitet, so Gauland.

Gauland – ebenfalls Ehrenvorsitzender der AfD – ist sichtlich enttäuscht über Meuthen.

Früher hat er die Partei gemeinsam mit ihm geführt.

Jetzt sagt er in einem Fernsehinterview, dass es in Meuthens Rede Passagen gab, “die ich für spalterisch halte”.

Zugleich betont er aber, dass er sich nicht von der Partei distanziert: “Wir verbessern diese Situation nicht, indem wir uns ständig selbst beschuldigen.

“Gegen die “Diffamierungskampagne” der politischen Gegner hilft nur das “Zusammenstehen”.

Wenn Meuthen in seiner Rede im “Wunderland Kalkar” fordert, dass die AfD eine disziplinierte, “konservative Rechtsstaatspartei” sein muss und kein “Zirkus Kunterbunt”, in dem jeder seine eigene Inszenierung pflegen kann, ist das nicht nur eine Frage des Stils.

Es geht auch darum, wie die AfD damit umgeht, dass der inzwischen aufgelöste “Flügel” vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisches Unterfangen beobachtet wird.

Der Verfassungsschutz stuft die Nachwuchsorganisation der AfD, die Junge Alternative, weiterhin als “Verdachtsfall” ein.

Meuthen will, wie er schon oft gesagt hat, auf jeden Fall verhindern, dass die gesamte Partei ins Visier des Verfassungsschutzes geraet.

Vielleicht ist dies einer der Gruende, warum er davor warnt, mit der “Querdenkerbewegung” gemeinsame Sache zu machen.

Bei ihren Kundgebungen gebe es zwar einige normale Bürger mit berechtigten Sorgen, aber es gebe auch eine ganze Reihe von Menschen, die antisystemische Positionen vertreten.

(jwo/)
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