Koronagespräch mit Anne Will – harte oder weiche Abschottung – sollten wir es wie in Asien machen?

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Es gibt sie immer noch: die Menschen, die nicht wissen, wie sie die derzeitige Teilabsperrung finden können.

Sind die Maßnahmen zu hart und umfangreich? Oder zu lasch und wirkungslos?

Anne Will verspricht eine Orientierung am Sonntagabend: “Wie sinnvoll ist die deutsche Korona-Strategie noch immer”, lautet die Frage, die ihr Programm stellt.

Natürlich kann es auf diese Frage keine einheitliche Antwort geben.

Schließlich liegt es in der Natur einer Talkshow, dass gegensätzliche Meinungen geäußert werden.

An diesem Abend ist das Publikum jedoch besonders verwirrt.

Michael Müller: Der Regierende Bürgermeister von Berlin (SPD) argumentiert ähnlich.

Er hält nicht viel von der These, dass die Schließung von Bars und Restaurants kontraproduktiv ist, weil sie zu privaten Treffen verleitet: “Wenn es heute noch Menschen gibt, die sagen: Ich feiere zu Hause eine Party – dann tun sie das auch, wenn die Restaurants geöffnet sind.

Markus Söder: Der bayerische Ministerpräsident (CSU) wirbt für die Strategie von Bund und Ländern: Die Ausweitung der Kontaktbeschränkungen sei notwendig, im Zweifelsfall müssten sie noch einmal “vertieft” werden.

Denn die Zahl der Korona-Neuinfektionen sei nach wie vor hoch.

“Deshalb sollte der Schwerpunkt der nächsten vier Wochen auf der weiteren Reduzierung der Zahlen liegen.

Wer sind die Gäste bei “Anne Will”?
Was ist der Moment des Abends?
Was ist der Gesprächsstoff des Abends?
Was ist das Ergebnis von “Anne Will”?
Aktuelle Karikaturen

Christian Lindner: Der FDP-Vorsitzende will an den derzeitigen Kontaktbeschränkungen, Masken- und Hygienevorschriften nicht rütteln.

Dennoch plädiert er für eine Lockerung, wenn im Gegenzug ältere Menschen und andere Risikogruppen besser geschützt werden: “Beim Schutz gefährdeter Gruppen sind wir nicht so gut, wie wir es sein sollten.

Vanessa Vu: Die Regierungen in Ost- und Südasien haben ihre Korona-Maßnahmen schnell, transparent und verständlich kommuniziert, sagt die Herausgeberin von “ZEIT Online”.

Dies sei in Deutschland nicht der Fall: “Hier stolpern wir von einem Bund-Länder-Gipfel zum nächsten.

“Das schwächt die Unterstützung in der Bevölkerung.

Viola Priesemann: Die Physikerin erforscht am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation die Ausbreitung von Krankheiten.

Sie erklärt, dass die derzeitige Zahl von rund 20.

000 Neuinfektionen pro Tag ist schlecht für die Bekämpfung der Pandemie: Eine Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsbehörden ist nicht mehr möglich und die Dunkelziffer ist hoch.

Den interessantesten Impuls hat Vanessa Vu gebracht.

Die Journalistin lobt die Pandemiebekämpfung in Ost- und Südostasien: “Die Quarantäne wird streng überwacht, Verstöße werden bestraft, und viele Länder haben ihre Grenzen effektiv geschlossen.

Anne Will springt ihr mit Zahlen auf die Seite: Deutschland hat seit Beginn der Pandemie mehr als eine Million Koronainfektionen verzeichnet, während das bevölkerungsreichere Vietnam nur 1.

300.

Leider bleibt die Diskussion zweimal auf halber Strecke stecken.

Die Diskussion geht der Sache nicht auf den Grund.

Der Vergleich mit Asien ist ebenso interessant wie beunruhigend.

Man würde in der Tat gerne wissen, wie in Taiwan immer noch Karaoke gesungen wird, wie in Taiwan immer noch Gay Prides organisiert sind und wie die täglichen Infektionszahlen im einstelligen Bereich liegen.

Kann all dies auf geschlossene Grenzen zurückzuführen sein? Darauf gibt es keine Antwort.

Auf der anderen Seite: Taiwan könnte durchaus eine Demokratie sein.

Aber Vietnam, das ebenfalls versucht, ein Beispiel zu geben, ist eine kommunistische Diktatur.

Wollen wir uns wirklich anschauen, wie wir die Pandemie bekämpfen müssen?

Vanessa Vu sagt, sie kenne viele Menschen, die jetzt nach Vietnam zurückgekehrt sind: “Das sind hoch qualifizierte Leute, die sagen: Ich lebe dort sicherer.

Ich traue den Politikern hier nicht zu, dass sie mich ausreichend schützen.

Ich habe dort ein freieres Leben.

Dies kann aus asiatischer Perspektive der Fall sein.

Aber ist es nicht auch ein Zeichen von Freiheit, wenn man in einer Talkshow sitzen und seine eigene Regierung kritisieren kann? Wäre das auch in Vietnam ohne Probleme möglich?

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