Zecke, E-Zigarette, Maus – was steckt hinter der Krankheit?

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Der 24-jährige Mann landet mit Lungenversagen in einem US-amerikanischen Krankenhaus. Schnell erkennen die Ärzte, dass es eine Vielzahl von möglichen Auslösern für seine Symptome gibt. Was hat ihn krank gemacht?

Bisher hatte der 24-Jährige keine gesundheitlichen Probleme, bis er plötzlich von Fieber und Schüttelfrost geplagt wird. Er hat starken Husten und terrakottafarbenen Auswurf. Der Mann fühlt sich sehr krank und erschöpft. Zwei Tage später fühlt er sich übel, erbricht und hat Durchfall.

Er sucht mit diesen Beschwerden eine Notfallpraxis im US-Bundesstaat Massachusetts auf. Dort zeigt eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers keine Auffälligkeiten. Der Mann erhält intravenös Flüssigkeit. Man teilt ihm mit, dass er wahrscheinlich an einer Viruserkrankung leidet (der Fall trat vor der Coronavirus-Pandemie auf) und schickt ihn wieder nach Hause. Er wird gebeten, sich zu melden, wenn sich sein Zustand verschlechtert.

Unwohlsein, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit

Schon am nächsten Tag geht es ihm schlechter. Weil ihm so übel ist, kann er nichts mehr essen und trinken. Sein Kopf, Nacken und Rücken schmerzen. Der Mann ist sehr lichtempfindlich. Seine Brust schmerzt und er wird kurzatmig. Es geht ihm so schlecht, dass er es nicht einmal mehr schafft, eine Treppe hinaufzugehen. Nun sucht er Hilfe in einer Klinik.

Zwar hat der Patient kein Fieber mehr, aber einige Blutwerte sind auffällig: Die Zahl der weißen Blutkörperchen ist erhöht, ebenso das Kreatinin und das Laktat. Die Zahl der Blutplättchen hingegen, die für die Blutstillung wichtig sind, ist zu niedrig. Die Sauerstoffsättigung des Blutes ist ebenfalls zu niedrig und fällt in den ersten Stunden im Krankenhaus weiter ab, so dass der Mann zusätzlichen Sauerstoff erhält. PCR-Tests auf Influenza-Virus und RS-Virus sind negativ. Computertomografische Aufnahmen zeigen Trübungen in beiden Lungen und kleine Pleuraergüsse – Flüssigkeit in der Brusthöhle zwischen Lunge und Rippen.

Viele Ursachen möglich

Um die Ursachen für die Symptome herauszufinden, befragten die Ärzte die Familie. Demnach lebt der Mann in einem Wohnwagen, in dem Schimmelflecken zu finden sind. Er hat zwei Katzen. Vor seiner Erkrankung zeltete er mehrere Tage im Wald. Vier Tage vor seinem Besuch in der ersten Klinik fand er eine Zecke auf seinem Kopf, die aber frei herumkrabbelte und sich nicht festgesetzt hatte. Er hatte auch zahlreiche Mückenstiche. Er ist viel im Freien unterwegs, schwimmt, fährt Rafting und radelt.

Er arbeitet normalerweise als Tischler. Zwei Wochen zuvor wurde er bei einer Hausrenovierung von einer Maus gebissen. 13 Jahre lang hat er Zigaretten geraucht, seit einem Jahr ist er auf E-Zigaretten umgestiegen. Außerdem konsumiert er täglich Marihuana.

In den Vereinigten Staaten gibt es seit Sommer 2019 Fälle von Lungenerkrankungen im Zusammenhang mit bestimmten E-Zigaretten-Liquids. Da der Patient jedoch sehr schnell erkrankte, halten Experten dies nicht für eine wahrscheinliche Ursache.

Die Patientin könnte sich beim Schwimmen und Rafting in Seen und Flüssen mit Leptospiren angesteckt haben – aber das Krankheitsbild passt nicht wirklich.

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