Warum sich die Korona in der kalten Jahreszeit stärker ausbreitet.

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Stornierung nach Stornierung: Eine Großveranstaltung nach der anderen musste in diesem Jahr wegen Corona abgesagt werden.

Nicht alle sind der Meinung, dass dies auch notwendig war.

“Nirgendwo gab es eine nachgewiesene Infektion”, sagte der Vize-Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) kürzlich mit Blick auf Volksfeste, die der DSB – geeignete Hygienekonzepte vorausgesetzt – nicht als Problem ansieht.

Das habe der Sommer gezeigt.

Sind die Absagen von Weihnachtsmärkten also übertrieben?

Nach dem Sommer ist die Zahl der mit Korona infizierten Menschen stark angestiegen.

Tatsächlich begünstigt die kalte Jahreszeit die Verbreitung von Viren.

Warum das Koronavirus jetzt leichter zu verbreiten ist und wie wir uns schützen können.

Hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung heute einfach deshalb größer ist, weil es heute viel mehr akut infizierte Menschen gibt als noch vor zwei Monaten.

Und es gibt noch einen weiteren Faktor, der sich auswirkt: SARS-CoV-2 wird in der kalten Jahreszeit häufiger übertragen.

Das ist etwas, was Sie wissen müssen: Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) lässt sich bei vielen Infektionen nicht zurückverfolgen, wo die Infektion stattgefunden hat – für ein begrenztes Umfeld wie eine Familie oder eine Party ist dies wahrscheinlicher als für Orte, die von vielen Menschen genutzt werden.

Ob also größere Sommerereignisse die Ausbreitung der Infektion beschleunigt haben, ist derzeit nicht bekannt.

Typische Winterviren – zu denen SARS-CoV-2 gehört – hätten in trockener Luft wahrscheinlich eine höhere Überlebensrate, sagt Thomas Deitmer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.

Viele der Viren weisen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent besonders schlechte Bedingungen auf, so eine im März von Forschern der Universität Yale veröffentlichte Studie.

Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit – wie im Winter zu beobachten ist – verbessert sich die Ausgangslage für die Erreger.

Nicht nur, weil sich nun mehr Menschen in Innenräumen statt im Freien treffen, wo das Infektionsrisiko in der Regel deutlich geringer ist.

Eine Reihe von Eigenschaften des Virus und des menschlichen Organismus begünstigen die Ausbreitung im Winter.

Die Korona: Herbst und Winter begünstigen die Ausbreitung
Trockene Luft hilft dem Virus
Mit Maske atmen wir mehr feuchte Luft

Ein weiteres Problem: Das Nasen- und Bronchialsystem sei weniger in der Lage, Viren im Winter unschädlich zu machen, sagt HNO-Arzt Deitmer.

Der so genannte Flickertransport von Viren und Partikeln auf der Schleimhaut sei bei niedrigeren Temperaturen und relativ geringer Luftfeuchtigkeit langsamer und zäher.

Über die Flimmerhärchen werden die Viren von den Bronchien in den Kehlkopf oder von der Nase in den Rachen transportiert, von wo aus sie im Magen “transportiert und entsorgt” werden.

“Die kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen”, erklärt der HNO-Arzt.

Wenn diese Luft erwärmt wird, während die Luftfeuchtigkeit in den Räumen konstant bleibt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, und die Überlebenschancen und die Infektiosität des Virus verbessern sich.

“Deshalb warnten nicht einmal Großmütter fälschlicherweise vor trockener Heizluft”, erklärt Deitmer.

Aus seiner Sicht könnten Luftbefeuchter daher die Überlebensrate von SARS-CoV-2 verschlechtern.

Ein Aspekt, der nach Ansicht Deitmers bisher vernachlässigt wurde, ist die positive Wirkung der oronasalen Masken.

“Die Maske nimmt beim Ausatmen einen Teil der Feuchtigkeit auf und gibt sie beim Einatmen wieder ab.

Dadurch wird die relative Luftfeuchtigkeit erhöht und im Mund- und Rachenraum bessere Bedingungen zur Abwehr des Virus geschaffen.

Regelmässiges Lüften ist auch im Winter besonders wichtig, sagt Eberhard Bodenschatz, Direktor des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation.

“Wir lüften zu wenig”, sagt Eberhard Bodenschatz.

Aber Stoßlüftung ist unerlässlich.

“Gründliches Lüften ist im Winter besonders effizient.

“Wenn es zwischen Innen- und Aussenräumen erhebliche Unterschiede in der Lufttemperatur gibt, ist der Luftaustausch viel höher.

“In kürzerer Zeit würde mehr virenfreie Frischluft in den Raum kommen, so der Wissenschaftler.

Schließlich ist im Herbst und Winter auch das Immunsystem geschwächt.

“Durch weniger Sonneneinstrahlung sinkt der Vitamin-D-Spiegel und damit die Abwehrkraft jedes Einzelnen”, sagt Bernhard Junge Hülsing, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte in Bayern.

Auch depressive Verstimmungen schwächten die Abwehrkräfte.

Solche saisonal ausgeprägten Depressionen werden häufig im Winter und Herbst beobachtet, erklärte Ulrich Hegerl von der Deutschen Depressionshilfe kürzlich.

(af/)

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