Unzulänglichkeiten bei der Lebensmittelkontrolle – Experten ziehen eine unappetitliche Bilanz.

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Zu den Mängeln in der Lebensmittelindustrie gehörten die Kontamination von Lebensmitteln aufgrund mangelnder Hygiene bei der Handhabung, aber auch Lebensmittelbetrug und inakzeptable Höchstgehalte in Produkten.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) präsentiert jedes Jahr die neuesten Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung.

So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr verschiedene Unregelmäßigkeiten bei der Lebensmittelkontrolle aufgedeckt, wie das BVL auf einer Pressekonferenz bekannt gab.

Eisdielen und Bäckereien verwenden häufig Sahneschlagmaschinen, um ihre eigene Schlagsahne herzustellen.

Nach Angaben des BVL vergaßen die Mitarbeiter in 41 Prozent der kontrollierten Eisdielen und Cafés, die Geräte zum Aufschlagen von Sahne nach der Desinfektion mit Wasser zu spülen.

Im vergangenen Jahr fanden die Kontrollbehoerden auch haeufig Rueckstaende von Desinfektionsmitteln in Pangasiusfischen.

Sie untersuchten 80 Proben von Pangasius, von denen 79 Prozent Spuren von Desinfektionsmittel enthielten.

Nach Angaben des BVL stellten 10 Prozent der Fischproben sogar ein akutes Gesundheitsrisiko dar.

“Es besteht die Gefahr, dass sich noch Desinfektionsmittelreste in der Maschine befinden, die beim nächsten Einsatz zu Sahne werden können”, sagte Michael Kühne von der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Rückstände von Desinfektionsmittel
Pangasius-Fisch teilweise gesundheitsgefährdend
Krankheitserreger in Hackfleisch

Fremdkörper wie Holzteile im Oregano
Gefährliche Blausäure in Aprikosenkernen

Er ruft auch dazu auf: “Es ist absolut inakzeptabel, dass hier Lebensmittelprodukte auf den Markt gebracht werden, die ein Gesundheitsrisiko für die Verbraucher darstellen.

Bei der Verarbeitung von Pangasius muss viel mehr Sorgfalt aufgewendet werden.

Bei der Verarbeitung eines leicht verderblichen Lebensmittels wie Fisch sind besondere Hygienemaßnahmen erforderlich.

Es ist gängige Praxis, sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der anschließenden Reinigung von Oberflächen und Geräten Wasser zu verwenden, dem Desinfektionsmittel zugesetzt wurde.

Der Fisch muss am Ende tatsächlich mit heißem Wasser gespült werden, damit keine Rückstände zurückbleiben, sagt Georg Schreiber, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim BVL.

Die entsprechenden Desinfektionsmittel enthalten unter anderem Chlorat und Benzalkoniumchlorid (BAK).

Chlorat hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse.

Dies kann nach Angaben des BVL insbesondere bei empfindlichen Personen wie Kindern, Schwangeren oder Personen mit Schilddrüsenfunktionsstörungen zu unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen führen.

BAK kann zu Reizungen des Magen-Darm-Traktes führen.

Die Experten warnen auch vor rohem Hackfleisch.

Sie fanden E in etwa sieben Prozent der 420 untersuchten Proben.

-coli-Bakterien in etwa sieben Prozent der 420 untersuchten Proben.

In der letzten vergleichbaren Studie zehn Jahre zuvor waren nur 0,8 Prozent der Proben positiv getestet worden.

Salmonellen wurden auch in 1,9 Prozent der Hackfleischproben nachgewiesen.

“Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass rohes Hackfleisch, ebenso wie gemahlenes Schweinefleisch, kein geeignetes Lebensmittel für sensible Verbrauchergruppen ist”, sagte Friedel Cramer, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

“Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten den Verzehr von rohem Hackfleisch am besten ganz vermeiden.

Shiga-Toxin bildendes E.

coli (STEC) sind Bakterien, die eine akute Darmentzündung verursachen können.

Einige von ihnen können einen schweren Verlauf nehmen, wie zum Beispiel EHEC-Infektionen im Jahr 2011.

Insbesondere bei Kindern kann eine Infektion mit STEC zur Entwicklung eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) führen, das u.a. mit einer schweren Nierenfunktionsstörung einhergeht.

Das BVL sieht in den gestiegenen Großhandelspreisen für Gewürze einen möglichen Grund für die Fälschung.

Um Oregano zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können, könnte er mit ausländischen Zutaten gemischt werden.

Es ist zwar gesundheitlich unbedenklich, aber dennoch wenig appetitlich: Bei 13 Prozent der 61 geprüften Oregano-Proben fanden die Kontrollbehörden eine beträchtliche Menge fein gehackter Olivenblätter.

Insgesamt wurden in jedem fünften Gewürz pflanzliche Fremdbestandteile nachgewiesen, darunter auch Holzteile.

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