Professor Dr. Martin Exner blickt optimistisch auf das Jahr 2021.

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2020, das Jahr der Corona – was wird also nächstes Jahr passieren?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nichts das Jahr 2020 mehr geprägt hat als das Coronavirus. Die globale Pandemie hat unser tägliches Leben verändert, wirtschaftliche und soziale Probleme geschaffen und traurigerweise das Leben von Menschen auf der ganzen Welt stark in Mitleidenschaft gezogen. Verschiedene Impfstoffe gelten als Garant dafür, dass die Grippe in zwei Jahren wieder verschwunden sein wird. Wie hoch sind die Chancen? Wir haben die besten Virologen, Infektiologen und Hygieniker befragt, wie die Prognose in diesem Bereich aussieht. Sie schreiben, dass es auch ohne die Corona-Krise im Jahr 2021 noch ein wichtiges Thema sein wird. Martin Exner, emeritierter Professor für Prävention und Disease Management an der Universität Bonn, merkt an, dass wir unsere Reaktionen auf Katastrophensituationen diversifizieren müssen. Er hofft, dass durch die steigende Immunität in der Bevölkerung endemische Krankheiten an Bedeutung verlieren könnten. Auf den Herbst will er sich derzeit nicht festlegen.

Martin Exners Corona-Prognose für 2021

Prof. emeritus Dr. med. Dr. h.c. Martin Exner M.D., Präventions- und Ausbruchsmanagement/One health am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universitätsklinikum Bonn:

“Das tückische Coronavirus (SARS-CoV-2) hat uns gelehrt, dass wir Prognosen immer wieder haben korrigieren müssen. Wir wissen jedoch heute mehr über die Charakteristika des Erregers, haben weitere diagnostische (Schnell-) Teste und beginnen mit dem Impfen zunächst bei hochgefährdeten älteren Personen in Alten- und Pflegeheimen.

Wahrscheinlich werden wir bis Ende Februar/Anfang März noch mit anhaltend hohen Neu-Infektionsraten rechnen müssen, weswegen die Beachtung der Hygieneregeln auch im privaten Bereich und von jedem von uns notwendig bleiben wird. Hierzu haben wir Hygieniker den Corona-Knigge herausgegeben.

Wenn es gelingt, eine Immunisierung durch Impfung zunächst der älteren Menschen mit Schutz vor Erkrankung und tödlichen Verläufen in den ersten Monaten des Jahres konsequent umzusetzen, kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der hospitalisierungsbedürftigen und intensivpflichtigen Patienten deutlich rückläufig sein wird. Hierdurch werden Alten- und Pflegeheime, aber auch Kliniken erheblich entlastet werden. Wir wissen aber nicht, ob durch Impfungen die Weiterübertragung von Coronaviren unterbunden wird. Mit der warmen und hellen Jahreszeit wird vermutlich auch ein Rückgang der Neu-Infektionsraten in der Bevölkerung zu erwarten sein.

Ob es im Herbst – wie in diesem Jahr – wieder zu einem Anstieg der Neu-Infektionsrate kommt, wird sich zeigen. Die Hygienemaßnahmen werden zukünftig auch weiterhin von uns – trotz Impfung – beachtet werden müssen, da hierdurch auch viele andere Infektionskrankheiten günstig beeinflusst werden.

In jedem Fall ist es Grund genug, optimistisch nach vorne zu blicken.”

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