Nahrungsmittelindustrie der Zukunft: Genuss mit gutem Gewissen

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Essen ist alles andere als langweilig. Denn innovative Start-ups und aufgeklärte Verbraucher stellen die Lebensmittelindustrie auf den Kopf und bringen auch etablierte Unternehmen dazu, sich zu erneuern.

Jahrelang lautete das Motto der Börse: “Es gibt immer Essen und es gibt immer Trinken.” Dies gilt zwar immer noch, aber der Lebensmittelmarkt ist in Bewegung geraten. Konnte sich Nestle, Danone oder Kraft Heinz vor ein paar Jahren noch sicher sein, dass die Verbraucher zu ihren Lebensmitteln greifen, sieht es heute anders aus. Wie die Studie “Ernährungsangebote auf dem Schulgelände und die Rolle des Schulkiosks/Schulbuffets” zeigt, achtet rund die Hälfte der Eltern aus Deutschland und Österreich auf die Ernährung ihrer Kinder. Demnach sollte sie vor allem “gesund” und “frisch” sein. Auch wenn noch kein Konsens darüber besteht, was wirklich gesund und frisch ist, unterstreichen die Zahlen das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für Ernährung. Trotz Veganismus, Paleo, Clean Eating und Co. Der gemeinsame Nenner scheint zu sein: weniger Zucker, weniger schlechte Fette und weniger Zusatzstoffe.

Die Vorteile von Fleisch aus dem Labor sind vielfältig

Auch Lebensmittelriesen wie Danone haben bereits gegengesteuert und den Zuckeranteil in vielen Produkten reduziert. Auch gibt es heute immer mehr Produkte mit einem hohen Eiweißanteil. Eiweiß gilt als Baustoff für den Körper, ist sättigend und wird nicht mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Doch die bereits weitreichenden Entwicklungen in der Lebensmittelindustrie sind bestenfalls der Anfang: Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass in Singapur erstmals im Labor gezüchtetes Fleisch zum Verkauf zugelassen wurde. Das Fleisch stammt von dem US-Startup Eat Just. Nach den recht fleischig schmeckenden Burger-Patties aus Erbsenprotein der US-Firma Beyond Meat geht die Entwicklung nun einen Schritt weiter: Das im Labor gezüchtete Fleisch ist genetisch gleichwertig mit dem Fleisch von Tieren, allerdings entfallen die vielen Nachteile der konventionellen Lebensmittelproduktion mit Aufzucht, Mast und Schlachtung.

Noch besteht das Fleisch von Eat Just aus einer Mischung aus tierischen Zellen und pflanzlichen Produkten. Sonst wäre der Fleischersatz zu teuer. Doch das Verfahren macht Hoffnung, dass bald saftige Steaks auf unseren Tellern landen können, ohne dass Tiere leiden müssen. Eat Just entnimmt Zellen von lebenden Tieren und vervielfältigt sie in einem Bioreaktor. Kombiniert mit pflanzlichen Produkten lassen sich so Fleischbällchen formen.

Und immer mehr Menschen wollen immer besser essen

2013 noch hätte ein in London präsentierter Labor-Burger aus künstlichem Rindfleisch 250.000 Euro gekostet. Dass ein ähnliches Produkt nun Marktreife erlangt hat, lässt mit einer Perspektive von mehreren Jahren durchaus hoffen. Neben ethischen Überlegungen ist auch der Umweltschutz ein Argument für die Synthese von Fleischersatz: Sowohl die traditionelle Weidewirtschaft in Südamerika als auch der Anbau von Soja als Futtermittel oder als Grundstoff für pflanzliche Fleischalternativen gelten als ökologisch bedenklich und tragen zum weltweiten CO2-Ausstoß bei.

Zudem steigt der Hunger der wachsenden Weltbevölkerung: Bis 2050 könnten zehn Milliarden Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen. Da gleichzeitig die Nachfrage nach guten Lebensmitteln steigt und die Gebote des Klima- und Umweltschutzes eine immer größere Rolle spielen, sind innovative Konzepte in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie gefragt. Neben dem Fleisch aus dem Labor könnten auch urbane Farmen eine wichtige Rolle spielen. Hier wachsen Pflanzen in Regalen, werden optimal mit Nährstoffen versorgt und künstlich beleuchtet. Da auf diese Weise sehr sterile Bedingungen realisiert werden können, wird der Bedarf an Pestiziden reduziert. Außerdem müssen die so regional produzierten Waren nicht über weite Strecken transportiert werden und können so frisch auf den Tisch der Städter kommen.

Lebensmittel-Start-ups als das Salz in der Suppe

Der Wandel in der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft vollzieht sich langsam, aber stetig. Investoren können solche robusten Trends über viele Jahre hinweg verfolgen. Hype-Unternehmen wie 2019 Beyond Meat oder heute Eat Just sind das Salz in der Suppe. Aber auch bei den traditionellen Branchenteilnehmern gibt es für Anleger noch einiges zu holen. Neben einem soliden Brot-und-Butter-Geschäft, das für langfristige Erträge und damit Dividenden sorgt, bieten Danone, Nestle und Co. gute Voraussetzungen, um auch von neuen Trends in der Branche zu profitieren.

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