Intersexualität – Menschen zwischen den Geschlechtern.

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Mann und Frau in einem: Man spricht vom Pseudohermaphroditismus beim Menschen, der anatomisch, genetisch und hormonell nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden kann.

Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern “Pseudo” und “Zwitter” ab.

“Pseudo” kann mit “unecht” übersetzt werden, “Zwitter” steht für ein zweigeschlechtliches Wesen.

Der Begriff ist jedoch veraltet.

Der Deutsche Ethikrat hat in einer Stellungnahme beschlossen, den Begriff Intersexualität zu verwenden, um alte Begriffe wie “Zwitter” oder “Hermaphrodit” zu ersetzen, weil sie “diskriminierenden Charakter” haben können.

In den frühen Stadien der Schwangerschaft haben alle Embryonen männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale.

Erst später beginnt die definitive Ausbildung – manchmal aber auch nicht.

In dem Werk “Metamorphosen” beschreibt der altrömische Dichter Ovid, dass der Sohn Hermaphroditos von Aphrodite und Hermes durch eine Umarmung der Nymphe Salmakis zu einem bisexuellen Wesen wurde.

Beide verschmolzen zu einer Person – einem männlich-weiblichen Doppelwesen.

Da konventionelle Geschlechterrollen in diesen Fällen möglicherweise nicht angemessen sind, wurde das so genannte dritte Geschlecht eingeführt.

Seit Dezember 2018 ist es in Deutschland möglich, das Geschlecht als “Taucher” anzugeben.

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Intersexuelle in Deutschland leben.

Schätzungen zufolge sind es zwischen 80.

000 bis 120.

000.

Bei den vielen Schritten zur Geschlechtererziehung kann es vorkommen, dass sich die biologische Entwicklung nicht eindeutig in eine weibliche oder männliche Richtung ausbildet.

Diese Menschen können sich als Mann, als Frau – oder intersexuell – fühlen.

Männlich, weiblich – und vielfältig
Geschichte der Intersexualität
Abgrenzung zur Transsexualität
Ein Fall in den Schlagzeilen

Er ging sogar noch weiter und riet den Eltern, die Behandlung vor der Gesellschaft und auch vor den betroffenen Kindern geheim zu halten, denn er vertrat die Auffassung, dass Geschlecht nicht nur biologisch, sondern auch sozial geprägt sei – was heute widerlegt wurde.

Der Begriff Intersexualität wurde erstmals 1915 von dem Genforscher Richard Goldschmidt verwendet.

In den 1950er Jahren entwickelte der US-amerikanische Sexualforscher John Money “Therapien” für intersexuelle Menschen.

Er empfahl Hormonbehandlungen und frühzeitige Operationen, damit Eltern ihre Kinder eindeutig einem Geschlecht zuordnen konnten.

Die Einstufung von Intersexualität als “Störungen der Geschlechtsentwicklung” wird von Organisationen wie der International Association of Intersexual People (IVIM) und der Intersex Association als sexistisch und pathologisierend empfunden.

Statt einer frühzeitigen Geschlechtsanpassung steht heute die Erziehung zur Stärkung der Psyche der Kinder und zur Information der Eltern im Vordergrund.

Viele Intersexuelle fühlten sich durch die frühen Operationen verstümmelt und entfremdet.

Intersexualität ist keine Krankheit.

Intersexuelle Menschen haben in der Regel keine gesundheitlichen Probleme, die durch Operationen oder Behandlung korrigiert werden müssten.

Daher entscheiden sich viele Transsexuelle für medizinische Eingriffe, um ihren Körper an das psychische Geschlecht anzupassen, und oft wird auch ihr Geschlechtseintrag verändert.

Im Gegensatz zu intersexuellen Menschen haben Transsexuelle nach der Klassifikation des Ethikrates ein “eindeutig biologisches Geschlecht”.

Sie sind rein anatomisch gesehen also eindeutig männlich oder weiblich, fühlen sich aber “psychisch dem anderen Geschlecht zugehörig”.

Transsexuelle fühlen sich oft im falschen Körper gefangen und wollen als Angehörige des anderen Geschlechts leben und wahrgenommen werden.

Intersexualität kann zum Beispiel durch eine Chromosomenanalyse festgestellt werden.

Es kommt jedoch immer wieder vor, dass intersexuelle Menschen ihre Geschlechtsrolle ändern und nicht einmal wissen, dass sie tatsächlich intersexuell sind.

Deshalb werden sie oft fälschlicherweise als Transsexuelle bezeichnet.

Ein bekannter Fall ist der von Erika Schinegger.

Sie wuchs als Mädchen auf und wurde 1966 bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften Weltmeisterin im Abfahrtsski.

Ein medizinischer Test ergab 1968, dass Schinegger genetisch als männlich eingestuft wurde.

Bei der Geburt wurde ein Pseudohermaphroditismus aufgrund der innerlich gewachsenen Genitalien nicht als solcher erkannt.

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