Gehen Sie nicht autoritär auf Angehörige mit Impfangst zu, sondern

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Freunde und Angehörige beruhigen

Der Tag der Corona-Impfung rückt näher, doch das Pflegepersonal in Seniorenheimen hat nicht immer die Kapazität für lange Aufklärungsgespräche mit den Heimbewohnern. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige die Rolle des Beraters übernehmen. Auch im Freundes- oder Verwandtenkreis können Bedenken gegen die Corona-Impfung geäußert werden. Wir erklären, wie Sie in dieser Situation am besten reagieren.

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Wichtig: Informieren Sie sich über den Impfstoff

Doch wie können sie ihre Bedenken bezüglich des Impfstoffs und seiner Nebenwirkungen zerstreuen? “Zunächst sollten sich Angehörige gut über den Impfstoff und seine Nebenwirkungen informieren”, empfiehlt Prof. Johannes Pantel, Leiter der Altersmedizin an der Frankfurter Goethe-Universität. Die Briefe, die den Einverständniserklärungen beiliegen, bieten einen guten Grund dafür.

Klaus Cichutek, Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, erläutert hier, welche vorübergehenden Nebenwirkungen der Biontech-Impfstoff haben kann.
Nebenwirkungen nicht verstecken

Mögliche Nebenwirkungen will Pantel dann im Gespräch mit den Angehörigen nicht ausblenden. “Es mag die Eltern oder Großeltern beruhigen, wenn sie hören, dass schwerwiegende Nebenwirkungen wie ein allergischer Schock doch sehr selten sind, eine leichte Müdigkeit oder ein bisschen Kopfschmerzen aber durchaus möglich sind”, so der Gerontologe.

Wie im Sprint des Augenblicks sei der Fall der Corona-Impfung gerade jetzt emotional extrem aufgeladen. Deshalb sollte man sich bemühen, den Akt der Impfung gegenüber dem Angehörigen abzumildern. “Du Papa, die Impfung ist nicht viel anders als eine Grippeimpfung, wie du sie jedes Jahr bekommst”, wäre eine beruhigende Einstimmung.

Wertschätzung statt drückender Begriffe

Wenn der Angehörige Vorbehalte oder Einwände gegen die Impfung hat, verzichten Sie auf unterdrückende Bemerkungen. Statt “Wie kannst du nur so unnachgiebig sein!” oder “Mach doch nicht so einen Aufstand! Alle anderen lassen sich doch auch impfen”, ist es besser, sich wertschätzend zu äußern und die eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen. “Du bist wichtig für uns. Wir lieben dich und wollen, dass du noch lange lebst”, klingt ganz anders.

Und was würden Sie tun, wenn Sie sich Sorgen machen, dass Ihre Eltern das Impfen vergessen haben? “Lassen Sie sich einfach den Impfpass zeigen. Da wird die Impfung sofort eingetragen”, erklärt Pantel. Und wenn das Haus, noch keinen Impftermin anbietet, ist ständiges Nachfragen definitiv keine Lösung. “Ständig auf der Matte zu stehen, würde nichts beschleunigen”, sagt Johannes Pantel. Über die Anordnung entscheidet ohnehin nicht das Pflegeheim, sondern das Gesundheitsamt.

Wer wann und in welcher Reihenfolge gegen das Coronavirus geimpft werden sollte, zeigen wir hier.

Quelle: © DPA/

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