Führt die sars CoV-2-Mutation zu einer erhöhten Infektiosität?

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Das neue Coronavirus breitet sich erst seit wenigen Monaten weltweit aus. Dennoch ist es bereits jetzt einer der genetisch am besten untersuchten Erreger. Ziel dieser Analysen ist es, das Virus und seine Verbreitungswege zu verstehen und es wirksamer bekämpfen zu können. Die Analyseergebnisse eines amerikanischen Forscherteams deuten darauf hin, dass sich das Virus durch Mutation schnell an seinen neuen Wirt, den Menschen, angepasst haben muss.

Viren sind zwar keine lebenden Organismen, aber sie können sich an ihre Umwelt anpassen. Dadurch ändert sich manchmal ihre genetische Zusammensetzung. Forscher beobachten dies auch bei Sars-CoV-2 am Spike-Protein, das eine wichtige Rolle bei seiner Verbreitung spielt.

Forscher am Los Alamos National Laboratory in New Mexico, USA, haben ihre Arbeit auf eine Mutation des Virus konzentriert, die sie D614G nennen. Dabei handelt es sich um eine genetische Veränderung des so genannten Spike-Proteins, das eine Schlüsselrolle bei der Infektion menschlicher Zellen spielt. Bislang wurden in diesem Bereich 14 Mutationen identifiziert, schreiben die Forscher in einem noch ungeprüften Bericht, der von BioRxiv veröffentlicht wurde.

Schärfste Waffe gleichzeitig Schwäche
Spike-Proteine sind Moleküle, die wie die Zähne einer Krone hervorstehen. Sie sind die schärfsten Waffen des Virus, da es sie benutzt, um sich an die Zelle zu heften. Zugleich ist es aber auch eine echte Schwachstelle. Die freiliegenden Spike-Proteine werden nicht nur vom Immunsystem erkannt, sondern auch Antikörper können sich an sie anheften. Dies markiert das Virus für weitere Angriffe des Immunsystems.

Die Forscher um Bette Korber gehen davon aus, dass sich das Virus durch die genetischen Veränderungen vor den Abwehrmechanismen des menschlichen Immunsystems schützt. Bereits Anfang April hatten Forscher des Max-Planck-Instituts in Frankfurt am Main über eine Schutzmaßnahme gegen das Virus berichtet. Sie erklärten, dass sich Sars-CoV-2 mit einem Screen von Zuckermolekülen auf dem Spike-Protein vor dem Nachweis des Immunsystems schützt.

Es ist noch nicht klar, wie die Mutationen die Eigenschaften und das Verhalten von Sars-CoV-2 beeinflussen. Die Forscher halten es für denkbar, dass die genetischen Veränderungen die Immunantwort des Körpers so beeinflussen könnten, dass die Infektion länger andauert. Dies wiederum würde zu einer längeren und umfassenderen Verbreitung der Viren führen, was aus evolutionärer Sicht ein echter Vorteil für das Überleben des Virus wäre.

Aufgrund des Ortes der Mutationen ist es auch denkbar, dass die Viren leichter in die Zellen eindringen könnten. Dies wiederum würde die Infektiosität von sars-CoV-2 erhöhen und die Epidemie verschlimmern.

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