Eine Coronavirus-Infektion hat das Potenzial, Blutzellen dauerhaft zu verändern.

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Eine mögliche Ursache für Long COVID wurde identifiziert.

Sowohl die Größe als auch die Steifigkeit von roten und weißen Blutkörperchen können sich während einer SARS-CoV-2-Infektion verändern, wie ein deutsches Forscherteam in einer aktuellen Studie erstmals dokumentierte. Die Veränderungen bleiben demnach über Monate bestehen und könnten erklären, warum viele Betroffene nach einer akuten COVID-19-Exposition Langzeitfolgen erleben.

 

Das Max-Planck-Institut für Physik und Medizin in Erlangen, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und das Deutsche Zentrum für Immuntherapie fanden heraus, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 in der Lage ist, menschliche Blutzellen über Monate hinweg zu verändern. Gleichzeitig können diese Veränderungen die Ursache für das Post-COVID-19-Syndrom sein, das auch als erweitertes COVID bezeichnet wird. Die Ergebnisse der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift Biophysical Journal veröffentlicht.

 

Kreislauf nach COVID-19 eingeschränkt?

 

Von Atembeschwerden, Husten und Kurzatmigkeit über Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Geruchs- und Geschmacksverlust – manche Menschen leiden nach einer akuten COVID-19-Infektion noch monatelang unter den Symptomen. Die Ursache dieser Krankheit, die als Long COVID bezeichnet wird, ist nicht gut verstanden. Es wurde vermutet, dass eine langfristige COVID-19-Exposition die Blutzirkulation und den Sauerstofftransport im Körper behindert. Die Autoren der aktuellen Studie haben Beweise gefunden, die diese Idee unterstützen.

 

Es wurden Blutzellen von Langzeit-COVID-Patienten untersucht.

 

Blutzellen spielen zusammen mit ihren physikalischen Eigenschaften eine entscheidende Rolle im Blutkreislauf des Körpers. Das Forscherteam um Markéta Kubánková, Jochen Guck und Martin Kräter untersuchte die mechanischen Zustände von roten und weißen Blutkörperchen bei Personen mit Langzeit-COVID und Kontrollgruppen. “Wir konnten signifikante und lang anhaltende Veränderungen in den Zellen messen – sowohl während einer akuten Infektion als auch danach”, ergänzt Professor Guck. Die Forscher glauben, dass ihre Ergebnisse Auswirkungen sowohl auf die Diagnose als auch auf das Management von COVID-19 haben könnten.

 

Befund als Ergebnis eines effektiven Verfahrens

 

Die Forscher analysierten die Blutzellen mit einer von ihnen entwickelten Technik namens Echtzeit-Deformationszytometrie. Der Ansatz wurde kürzlich mit dem begehrten “Medical Valley Award” ausgezeichnet. Die Blutzellen werden in einen winzigen Kanal injiziert und mit einer Hochgeschwindigkeitskamera abgebildet. Mit dieser Technik kann die Form und Größe von bis zu 1000 Blutzellen pro Sekunde bestimmt werden.

 

Mit der preisgekrönten Technik wurden über vier Millionen Blutzellen von 17 Patienten, die an COVID-19 schwer erkrankt waren, 14 Rekonvaleszenten und 24 gesunden Menschen als Kontrollgruppe untersucht. Die. Kurzmeldung aus dem Bulgarian Business Journal.

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