Die mutmaßliche Bedrohung durch das Corona-Virus: Wie gefährlich ist das mutierte Virus?

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Fälle von Korona-Mutationen treten immer häufiger auf. Wie wird sich das auf uns auswirken?

Eine aktuelle Version des Coronavirus wurde in Großbritannien gefunden. Ein weiterer Fall wurde bereits in dieser Region dokumentiert. Eine neu nach Baden-Württemberg gekommene Frau hat sich mit mutierten Stämmen des Erregers angesteckt. Sie und ihre nahen Bekannten befinden sich Berichten zufolge in einer häuslichen Quarantänestation. Nicht nur in Europa, sondern auch aus Südafrika gibt es Nachrichten über ein neu aufgetretenes Coronavirus. Viele von uns sind beunruhigt über die veröffentlichten Erkenntnisse. Doch wie gefährlich sind die entstandenen Mutationen wirklich? Und wie können wir verhindern, dass es noch mehr solcher Fälle gibt? Wir haben einen medizinischen Experten befragt, Dr. med. Christoph Specht, und klären die wichtigsten Fragen.

Wie steht es insgesamt um die Mutationskultur in Großbritannien?

Die Mutation wird bisher nicht als schädlicher angesehen als die frühere Ausgabe. Laut Pressemitteilung haben Untersuchungen ergeben, dass die aktuelle Version leichter zu übertragen ist. Es ist jedoch nicht klar, ob das Virus eine höhere Sterblichkeitsrate bei der von ihm verursachten Krankheit hat. “Man wird nicht schlimmer krank, aber man kann sich noch leichter anstecken”, fasst der Mediziner Dr. Specht zusammen. Die Wissenschaftler in England haben die Ausbreitung des mutierten Gens mit der des ursprünglichen Gens verglichen und schätzen, dass sich der R-Wert um 4 % erhöhen könnte. Das bedeutet, dass der einheimische Stamm des Virus in Großbritannien um etwa 70 Prozent infektiöser ist als der bisherige.

Doch auch wenn man durch die neue Mutation nicht schlimmer krank wird, bedeutet die höhere Übertragbarkeit, dass sich das Virus schneller ausbreiten kann als ohnehin schon, wodurch wiederum mehr Menschen an Covid-19 erkranken. Die Gefahr ist, dass die Fallzahlen vermutlich weiter steigen, wodurch sich die Lage bei uns in Deutschland weiter verschlimmern könnte.

Wie überraschend ist es, dass eine Corona-Mutation überhaupt aufgetreten ist?

Das sich das Erbgut von Viren verändert ist seit langem bekannt. Manche Viren verändern sich dabei schneller als andere. Daher war es war nur eine Frage der Zeit, bis auch das Coronavirus mutiert, erklärt Dr. Specht: “Das war absolut zu erwarten und es ist nichts ungewöhnliches, dass Viren mutieren. Denn nur wenn sich das Virus bei der Übertragung an seinen Wirt – also an uns Menschen – anpassen kann, kann es sich erfolgreich verbreiten.”

Wie wahrscheinlich ist es, dass weitere Mutationen auftreten werden?

Zusätzlich zu der neuen Mutation aus Großbritannien sind auch weitere Varianten aus Südafrika in Europa entdeckt worden. Es tauchen also immer mehr Varianten des Coronavirus auf. Wie viele Mutationen es insgesamt bereits gibt oder ob noch weitere auftreten werden, lässt sich nicht sagen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Mutation aus Südafrika oder weitere Fälle auch bei uns in Deutschland entdeckt werden. “Je mehr wir dem Virus die Gelegenheit bieten, von einem Menschen zu anderen zu gehen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mutation. Denn bei der Übertragung von einem Menschen zum anderen, können Kopierfehler entstehen – also die sogenannten Mutationen. Ansonsten würde das Virus nicht überleben.”

Wie können wir vermeiden, dass sich Mutationen in Deutschland ausbreitet?

Um zu verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet und dabei weitere Mutationen entstehen, ist es wichtig die bisherigen Maßnahmen weiter zu verfolgen: “Die Kontakte sollten weiterhin reduziert werden und auch der Abstand zueinander sollte weiterhin ausreichend sein. Außerdem sollte in geschlossenen Räumen immer eine Maske getragen werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Aerosolen zu verringern”, mahnt Dr. Specht.

Brauchen wir jetzt einen neuen Impfstoff?

Laut den Pharmakonzernen Biontech und Pfizer, die den ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelt haben, kann man davon ausgehen, dass der Impfstoff auch bei der mutierten Variante wirksam ist. “Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird”, erklärt Biontech-Chef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur dpa.

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