Alkohol – Bin ich abhängig oder gar süchtig?

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In diesem Land trinkt jeder zehnte Mensch gesundheitsgefährdende Mengen Alkohol.

“Alkoholprobleme gehören damit zu den am weitesten verbreiteten Gesundheitsproblemen überhaupt”, heisst es in der Broschüre “Alkoholfrei leben” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Alle 20.

Jeder 20. Todesfall weltweit wird durch Alkohol verursacht – und doch ist Alkoholkonsum in Deutschland weit verbreitet.

Haben Sie jemals ein schlechtes Gewissen wegen Ihres Alkoholkonsums gehabt? Und haben Sie schon einmal daran gedacht, weniger zu trinken? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, deutet dies bereits auf eine Alkoholabhängigkeit hin.

Das mag für viele schwer zu glauben sein, denn der Beginn der Alkoholabhängigkeit wird offenbar völlig unterschätzt.

Selbst Experten tun sich schwer, diese Frage zu beantworten: Die Empfindlichkeit variiert von Mensch zu Mensch, so dass es keine absolut sichere Grenze gibt, schreibt die BZgA.

Ein Richtwert für risikoarmen Alkoholkonsum sind 12 Gramm Alkohol pro Tag für Frauen und 24 Gramm Alkohol für Männer.

Gleichzeitig sollte man an mindestens zwei Tagen in der Woche überhaupt keinen Alkohol trinken.

Wer sich innerhalb dieser Grenze bewegt, muss in der Regel keine durch Alkohol verursachten Gesundheitsrisiken befürchten, wie z.B. ein erhöhtes Krebsrisiko oder Alkoholabhängigkeit.

Für gesunde Erwachsene bedeutet dies maximal ein Standardglas (Frauen) bzw. zwei Standardgläser (Männer) eines alkoholischen Getränks.

Nicht sehr viel, wenn man bedenkt, dass ein Standardglas Wein 0,1 Liter fasst.

Wie viel Alkohol ist eigentlich zu viel?
Tests zeigen: Bin ich gefährdet?
Leben ohne Alkohol – auch das ist möglich

Viele Deutsche liegen jedoch bei ihrem Alkoholkonsum weit über der oben genannten Schwelle.

Im Jahr 2017 tranken die Bundesbürger im Durchschnitt 13,05 Liter reinen Alkohol.

Für diejenigen, die den Verdacht haben, dass sie zu viel trinken, gibt es verschiedene Tests.

Der so genannte CAGE-Fragebogen* besteht aus nur vier Fragen, die dennoch einen Hinweis auf Missbrauch oder Abhängigkeit geben:

Zwei oder mehr Ja-Antworten weisen auf Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit hin.

Die BZgA rät Ihnen in diesem Fall, einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufzusuchen.

Betroffene können über das Online-Angebot der BZgA lokale Beratungsstellen finden.

Andere Tests berücksichtigen andere Kriterien, wie zum Beispiel den SMAST (Short Michigan Alcoholism Screening Test).

Hier werden 13 Fragen beantwortet, die jedoch mit ähnlicher Strenge ausgewertet werden.

Die BZgA rät jedem, der verdächtigt wird, die legale Droge zu sehr in seinen Alltag integriert zu haben, einmal im Jahr für mehrere Wochen ganz darauf zu verzichten.

Wenn Sie bereits zur Alkoholabhängigkeit neigen, scheuen Sie sich nicht, darüber zu sprechen.

Da Alkoholismus oft als unsozial angesehen wird, versuchen viele Menschen, das Problem in aller Ruhe und aus eigener Initiative in den Griff zu bekommen.

“Weniger trinken” ist ein häufiges Ziel, bleibt aber ein Wunschtraum: Nach Ansicht der BZgA kann der Konsum erst dann eingeschränkt werden, wenn sich die Sucht zu entwickeln beginnt.

*CAGE steht für “Weniger trinken, lästig, schuldig, Augenöffner”.

Diese Begriffe kürzen den Inhalt der jeweiligen Fragen ab.

Die Alkoholsucht hingegen kann nur durch Abstinenz besiegt werden.

Die Betroffenen sollten sich nicht schämen, diesbezüglich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Vorhabens und verspricht mehr Erfolg.

Die Alkoholabhängigkeit ist als Krankheit anerkannt, die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Erste Anlaufstelle für eine Beratung kann der Hausarzt oder das Informationstelefon der BZgA unter 0221 892031 sein.

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