Mutprobe für die Regierenden: Das Riesenhonorar Dogans kommt vor Gericht
opisanie na snimka
Dragomir Ivanov Darf ein Philosoph bedeutende Hydroenergieprojekte beraten und was hat die Politik mit Wasserstoffexperimenten zu tun? Ist es einem Parteiführer in Bulgarien tatsächlich erlaubt, Beraterhonorare in Höhe von 1 Mio. Euro zu erhalten, ohne auch nur den Hauch von Gewissensbissen zu verspüren? Diese auf den ersten Blick absurden Fragen könnten nun eine Antwort finden, wenn der riesige Korruptionsverdacht um den einflussreichen Vorsitzenden der Partei der türkisch-stämmigen Bulgaren, DPS, Ahmed Dogan, erneut auf die Tagesordnung kommt. Im September wird das Oberste Verwaltungsgericht (VAS) über den Fall verhandeln, nachdem von einem Abgeordnetengremium der Auftrag erteilt wurde. Ende Juli hat der Antikorruptionsausschuss der Volksversammlung in einem Bericht dargelegt, dass sich Dogan in einem Interessenkonflikt befinde. In seiner Erklärung als Parlamentarier habe er so manche Verbindungen mit Personen und Firmen verheimlicht. Konkret geht es um Beraterverträge mit einer Tochtergesellschaft des dubiösen Wirtschaftskonglomerats Multigrup, ein Wahrzeichen der Verflechtungen zwischen Staat und Mafia in den 90er Jahren.