Besitz bulgarischer Fernsehsender immer noch intransparent
Laut Branchenberater Mergermarket war der Verkauf von BTV das fünftgrößte Geschäft in Südosteuropa in den ersten drei Monaten seit Jahresbeginn. CME, das dem Millionär Ronald Lauder gehört, hat den Sender für 400 Millionen USD, zusammen mit den kleineren bTV Comedy und bTV Cinema sowie dem 75%-Anteil von News Corporations an der Radiogruppe C.J.,übernommen CME betrat den bulgarischen Markt bereits in 2008, damals erwarb es jeweils 80% in TV 2 (das später zu Pro.bg umbenannt wurde) und Ring TV (jetzt Ring.bg) für 172 Millionen USD. Mit dem Kauf von BTV ist CME mit Abstand die stärkste TV-Gruppe in Bulgarien mit einem Marktanteil von 45% (laut Daten von TNS/TV Plan von Dezember 2009). Den zweiten Platz belegt die schwedische Modern Times Group (MTG), zu der Nova TV, Diema, Diema 2, Diema Family mit 22% gehört. Im Früjahr stellte MTG den Musiksender MM ein und kündigte an, es wolle an dessen Stelle einen Sportsender starten. Den dritten Platz belegt der staatliche BNT mit 12.2%.
Laut Daten von TNS/TV Plan für 2009 beliefen sich die Werbeumsätze aller Fernsehsender in Bulgarien auf fast 614 Millionen Lewa, oder 20% weniger als im Jahr zuvor. Davon entfiel der Löwenteil auf die drei CME-Sender bTV, bComedy und ProBG (298 Millionen Lewa). MTG generierte 181 Millionen Lewa mit Werbung. Trotz sinkender Werbeumsätze bleibt das TV-Geschäft einer der attraktivsten denn mehr als 60% aller Werbegelder in 2009 wurden in Fernsehen investiert, zeigte Statistik der Assoziation der Werbeagenturen (ARA), dessen Vorsitzender übrigens Gergov ist.
Maia Ivanova
Auf einmal durfte man es laut sagen, was man auch tatsächlich tat — im Fernsehen und Klartext. Der Mann ist Krasimir Gergov und das Geständnis, dass er an BTV (Bulgariens größter privater TV-Sender) direkt beteiligt ist, lieferte er ausgerechnet im BTV Morgenmagazin. Nur ein paar Wochen früher wäre das gesetzwidrig gewesen, da eine umstrittene Novelle im Mediengesetz, die Gergovs Name trägt, noch in Kraft war. Der Fall bedarf einer Vorgeschichte: Als in 2000 die Lizenz für den ersten privaten Fernsehsender vergeben wurde, hat die damalige Regierung versucht, Gergov davon fern zu halten. Das Problem war, dass der Geschäftsmann sehr aktiv im Werbungssektor ist und ihn damals quasi über einige Agenturen monopolisiert hatte. Die Regierung hat befüchtet, dass sich die Werbe- und Medienmärkte noch mehr verzerren würden, sollte Gergov auch Zugang zum Fernsehen bekommen. Daher wurde auch das Mediengesetz novelliert und zwar wurde Inhabern von Werbeagenturen untersagt, Anteile an Fernseh- und Radiosendern zu besitzen. Die Lizenz ging damals an News Corporation (das dem australischen Mediamagnaten Rupert Murdoch gehört) und BTV ging im Juli 2000 an den Start. Schon damals war aber bekannt, dass Gergov mitmacht. Offiziell war er Berater von BTV, inoffiziell wurde ihm aber eine direkte Beteiligung am Sender unterstellt. Anfang 2010 wurde die „Gergov-Novelle“ aus unbekannten Gründen abgeschafft. Der Vorschlag kam von GERB, deren Abgeordnete Daniela Petrova begründete die Idee mit der bevorstehenden Digitalisierung des Fernsehens. Man solle allen Marktakteuren die Möglichkeit geben, sich an dem Digitalisierungsprozess zu beteiligen, sagte sie der Zeitung Dnevnik.
1 NURTS befasst sich mit der landesweiten Ausstrahlung von Rundfunk- und Fernsehsignalen