Traykov: Bulgarische Position zu großen Energieprojekten bleibt unverändert – abwartend und unterstützend
„Die bulgarische Position zu den großen Energieprojekten, die den Verlauf von Pipelines über das Territorium des Landes vorsehen, bleibt wie bisher abwartend und unterstützend, aber auch distanziert.“ Dies erklärte Ende Januar vor Vertretern der bulgarischen Medien der Minister für Wirtschaft, Energetik und Tourismus, Traycho Traykov. Bulgarien sei ein durchaus konstruktiver Partner, was die beiden Projekte zur Errichtung von Ferngasleitungen angehe, die über bulgarisches Staatsgebiet verlaufen sollen, sagte der Minister. Gemeint sind das russische Vorhaben South Stream und das von der Europäischen Union unterstützte Projekt Nabucco. Die Journalisten baten Traykov um Aufklärung, wie die Äußerungen von Boiko Borisov vor dem Publikum in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin ausgelegt werden sollten. Der Premier hatte dort gesagt, dass Nabucco nicht realisiert werden würde, oder wenn, dann erst nach Abschluss der Arbeiten am South Stream. „Wir werden jenes Projekt umsetzen, das schneller zum Zuge kommt“, hatte Borisov anschließend versichert. Traykov gab dazu folgenden Kommentar ab: „Das Beste, was wir momentan tun können, ist, an beiden Projekten zu arbeiten. Wie sich das eine auf das andere auswirken wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab, so z.B. von der Ressourcenbasis zur Absicherung der Gaslieferungen für die beiden Pipelines sowie für die umfassende Realisierung der Projekte.“ Für Bulgarien hätten beide Vorhaben die gleiche Priorität, erklärte Traykov, der die Chancen für die Verwirklichung eines jeden von ihnen nicht kommentieren wollte.