Die bevorstehende Schließung von über einhundert Krankenhäusern hat nicht nur den Unmut von Lokalbehärden, Medizinern und Patienten erregt, sondern sie wurde zur Zielscheibe der Kritiken von Vertretern sowohl des linken als auch des rechten politischen Spektrums. Der Vorsitzende der BSP, Sergei Stanishev, bezeichnete das Herangehen der Regierung an die Reformen im Gesundheitssystem als „unannehmbar“ und „riskant“. Der Ex-Premier räumte zwar ein, dass es sicherlich auch solche Krankenhäuser gäbe, die finanziell nicht überleben können, doch er stellte die Frage, ob die Verbindlichkeiten der medizinischen Einrichtungen das Hauptentscheidungskriterium seien. Nach Ansicht von Stanishev können „solche schwierigen Reformen im Gesundheitswesen nicht ohne Finanzierung“ durchgeführt werden. Er gab zu bedenken, dass die Ausgaben für den Transport von Patienten zu anderen Ortschaften, in denen es ein Krankenhaus gibt, höher wären als die erwarteten Ersparnisse infolge der Schließung von Krankenhäusern, die sich auf ca. 50 bis 60 Millionen Lewa belaufen dürften. „Wir können Hubschrauber und Flugzeuge zur Verfügung stellen, wir haben da vorgesorgt, aber, ich glaube, es ist noch zu früh, darüber zu reden“, sagte Gesundheitsminister Bozhidar Nanev in Beantwortung der Frage, wie man die notärztliche Versorgung in jenen Ortschaften organisieren werde, in denen es künftig keine Krankenhäuser geben werde. „Wir werden Tote zählen nach der Durchführung dieser Gesundheitsreform“, schlussfolgerte Stanishev. Auch der Kovorsitzende der Blauen Koalition, Martin Dimitrov, meldete Bedenken an, indem er sagte, dass die Gesundheitsfürsorge zu denjenigen Bereichen gehöre, in denen die sich derzeit vollziehenden Vorgänge Anlass zur Besorgnis böten. Die Gesundheitsreform werde „unzeitgemäß und chaotisch“ betrieben und Gesundheitsminister Bozhidar Nanev sei seiner Aufgabe nicht gewachsen.